Meldungen vom 14.6.2008
- Papst Benedikt in Süditalien -
- Vatikan: Lob für Saudi Arabien -
- Vietnam öffnet sich der Kirche -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Italien: Papst in Süditalien
Papst Benedikt XVI. reist an diesem Samstag nach Süditalien. Er stattet dem Marienheiligtum Santa Maria di Leuca und Brindisi einen Pastoralbesuch ab. Der Wallfahrtsort erwartet den Papst kurz vor 17 Uhr am Samstag. An dieser malerischen Stelle an der äußerten Spitze Apuliens soll der Apostel Petrus seine christliche Mission Italiens begonnen haben. Der Rektor von Santa Maria di Leuca, Giuseppe Stendardo: „Vielleicht ist unser Heiligtum das älteste Italiens. Es geht auf das Jahr 43 nach Christus zurück, also nur zehn Jahre nach dem Tod Christi. Der Heilige Petrus hat, als er in Italien ankam, hier in Santa Maria di Leuca erstmals italienisches Festland betreten. Petrus bemerkte, dass viele Menschen hier dem Minerva-Kult anhingen und einen starken Sinn für Religiosität hatten. Das wusste er zu nutzen, indem er von Jesus sprach. Die Menschen, die nach der Wahrheit dürsteten, gaben die Minerva-Verehrung auf, und aus diesem Tempel wurde eine christliche Kirche.”
Sonntagmorgen trifft Papst Benedikt zunächst Klausurnonnen des Benediktiner- und des Karmeliterordens. Danach feiert er um zehn Uhr die Heilige Messe im Hafen von Brindisi. Wir übertragen live mit deutschem Kommentar. Informieren Sie sich bitte über evtl. Wiederausstrahlung direkt bei unseren Partnersendern: Domradio, Radio Horeb, Radio Grüne Welle, Radio Stephansdom, K-TV, EWTN-TV, Radio Maria Österreich u.ä. (rv)
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Vatikan: Lob für Saudi-Arabien
Der Vatikan hat die Bemühungen Saudi-Arabiens im Dialog mit den Religionen gewürdigt. Die Dialog-Initiative des saudischen Königs Abdullah habe seit der Unterredung mit Papst Benedikt mittlerweile recht konkrete Züge angenommen, sagte Vatikansprecher P. Federico Lombardi SJ in seiner wöchentlichen Rubrik „Octava Dies” für das Vatikanische Fernsehen.
„In den vergangenen Tagen fand in Mekka eine Islamische Weltkonferenz zur Anbahnung eines großen Dialogs statt, der zunächst innerhalb des Islams geführt werden soll und später mit dem Christentum und dem Judentum. Dieser Dialog hat zum Ziel, die Würde der menschlichen Person, die Familie und den Frieden zwischen den Völkern zu schützen und zu fördern. Der Herrscher hob ausdrücklich hervor, dass einige Muslime zu Opfern des Extremismus werden und so den Islam als Religion des Friedens von innen heraus verzerren.”
Allerdings, so Lombardi weiter, sei es noch ein weiter Weg, um sich über die Rechte der Person zu verständigen.
„Die theologischen Unterschiede bleiben bestehen; die konkrete Lage vieler christlicher Minderheiten in islamischen Ländern ist dramatisch. Und doch, je öfter betont wird und sich die Überzeugung verbreitet, dass man einander im Namen Gottes nicht hassen kann, sondern man miteinander reden muss, desto besser ist es.”
Saudi-Arabien gilt derzeit als einer jener Staaten, in denen die Religionsfreiheit besonders stark eingeschränkt ist. Der 84-jährige Herrscher Abdullah betreibt seit einigen Jahren eine behutsame Öffnung des Landes zu mehr Toleranz. (rv)
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Europäische Union: Die Kirche zum gescheiterten Referendum
Nach dem „Nein” Irlands zum Vertrag von Lissabon will die katholische Kirche weiter für den europäischen Einigungsprozess kämpfen. Bereits 18 EU-Staaten und damit mehr als die Hälfte der Mitgliedsländer hatten vor der Abstimmung in Irland in ihren nationalen Parlamenten den Reformvertrag bestätigt, der das neue politische Fundament der Staatengemeinschaft ist. Nächste Woche wollen Europas Regierungschefs darüber sprechen, wie Europa aus der Krise finden kann. Dass auch die Katholische Kirche als aufmerksame Beobachterin des europäischen Einigungsprozesses das Reformvorhaben keineswegs aufgibt, sagte uns der scheidende Generalsekretär des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), Aldo Giordano.
„Wir als Kirche sind einerseits am großen Europa interessiert. Die Kirche betrachtet Europa als Ganzes, nicht nur als Gruppe einzelner Länder. Wir wollen ein Europa der Geschichte, der Kultur, ein Europa, das sich an der Welt messen kann. Was das politische Projekt Europa betrifft, so betrachtet die Kirche es mit großem Interesse und ist interessiert an allem, was zu mehr Stabilität und Einigkeit führen kann, was in Folge auch dem Rest der Welt zugute kommt.”
Der Vertrag von Lissabon, den die Iren nun abgelehnt haben, sollte der EU ab 2009 einen Außenminister, einen ständigen Ratsvorsitzenden, straffere Entscheidungsstrukturen und mehr Mitsprache des EU-Parlaments bringen. In den politischen Entscheidungsprozessen auf europäischer Ebene wird die Stimme der Kirche durchaus gehört, sagt Giordano.
„Was die großen Themen der Ethik betrifft, so nehme ich wahr, dass die Politik von den Kirchen etwas erwartet. Da geht es um menschliches Leben bis zum Tod, um Glück, Schmerz, Wachstum, Bildung, Gerechtigkeit, friedliches Zusammenleben, Umwelt. Es wäre geradezu arrogant von den einzelnen Staaten, zu glauben, sie könnten alleine auch auf diese großen moralischen Fragen antworten. Natürlich gibt es auch einzelne Gruppen, die ihre Stimme gegen die Kirchen erheben. Aber das sind Minderheiten. Ich denke, wenn wir das Christentum nicht als Fassade begreifbar machen, sondern als gelebte Wirklichkeit, dann wird Europa diesem Christentum mehr Raum geben.”
Was die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen, aber auch der Religionen in Europa betrifft, sieht Giordano noch Spielraum.
„Es gibt eine ökumenische Problematik zwischen den Kirchen. Sie müssen zu einem gemeinsamen Beitrag finden. Und da Europa multireligiös geworden ist, gibt es die interreligiöse Frage. Es muss uns gelingen, gemeinsame Beiträge und Visionen zu erarbeiten und zu vertreten, die alle Religionen teilen können. Je mehr wir als Christen vereint sind, um so mehr Aufmerksamkeit finden unsere Vorschläge in der Politik, vor allem in ethischen Fragen.”
Aldo Giordano wird demnächst zwar den Dienstort wechseln, doch den europäischen Kernthemen treu bleiben. Papst Benedikt ernannte den italienischen Priester vor wenigen Tagen zum Ständigen Beobachter des Heiligen Stuhls beim Europarat in Straßburg. (rv)
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Deutschland/Vietnam: Neugier auf Soziallehre
Bei allen Ressentiments der Sozialistischen Republik Vietnam gegen die Kirche sind erfreuliche Zeichen einer Öffnung zu orten. Das beobachtet Josef Sayer, der Hauptgeschäftsführer von Misereor. So habe die vietnamesische Regierung Interesse, mehr über die christliche Soziallehre der Kirche zu erfahren, sagte Sayer in einem Interview mit Radio Vatikan.
„Misereor hat vor einem Jahr in Vietnam einen Kongress organisiert, gemeinsam mit der vietnamesischen Akademie für Sozialwissenschaften, und es ist uns gelungen, auch die Bischofskonferenz da mit einzubinden. Das war das erste Mal, dass die Bischofskonferenz in dieser Weise vom Regime wahrgenommen wurde. Wir haben über soziale Gerechtigkeit, über Prinzipien der Soziallehre diskutiert. Das war ein richtige guter Austausch. Ich habe festgestellt, dass es der vietnamesischen Regierung nicht nur darum geht, den Markt zu öffnen, sondern es geht darum, wie kommen sie in der sich auftuenden Kluft zwischen Arm und Reich zurecht. Und da versuchen sie Anschluss und Auskunft zu finden auch in dem, was die Kirche bereithält.”
Misereor arbeitet seit langer Zeit in Vietnam, auch mit privaten Stellen, betont Sayer. Über die Jahre sei ein Vertrauensverhältnis entstanden. Erst vor kurzem habe Hanoi das Bischöfliche Hilfswerk dazu eingeladen, eine weitere Konferenz auszurichten, diesmal ausdrücklich über soziale Marktwirtschaft. Josef Sayer: „Ich glaube, dass durch diesen Dialog etwas entsteht, wo erkannt wird, Kirche hat etwas beizutragen in der gegenwärtigen Welt, Kirche ist nicht ein Randphänomen, ein absterbendes Phänomen, sondern Glaube ist etwas, was die Völker und die Menschen auch in Vietnam bewegen kann zu mehr Gerechtigkeit, zur Einheit hin.” (rv)
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DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Die Messen der Neokatechumenalen Gemeinschaften an Samstagabenden müssen nach Anweisung des Vatikans auch für Nichtmitglieder offen sein. Das geht aus den Statuten des „Neokatechumenalen Weges” hervor, die der Vatikan am Freitag approbierte. Danach müssen die Sonntagsgottesdienste, die die Bewegung in ihren kleinen Ortsgruppen jeweils am Vorabend feiert, in die Wochenendseelsorge der jeweiligen Pfarrgemeinde integriert sein. Zu verwenden seien die liturgischen Bücher des Römischen Ritus. Die Statuten, die nach einer fünfjährigen Erprobungszeit gebilligt wurden, sehen außerdem vor, dass die Gläubigen die Kommunion stehend empfangen. Bisher erhielten die Neokatechumenalen die Eucharistie bei ihren Gottesdiensten im Sitzen. Der Approbation waren jahrelange Auseinandersetzungen zwischen der Gemeinschaft und vor allem der vatikanischen Gottesdienstkongregation vorangegangen. Auch Papst Benedikt XVI. forderte im Januar 2006 die Mitglieder auf, die liturgischen Normen der Kirche zu beachten. (kna)
Im Vatikan hat in diesen Tagen das islamisch-katholische Koordinationskomitee zum 14. Mal getagt. Thema des Treffens war „Christen und Muslime als Zeugen eines Gottes der Gerechtigkeit, des Friedens und des Mitleids in einer Welt, die an Gewalt leidet”. Zum Abschluss veröffentlichte das Komitee einen kurzen Text, der in fünf Punkten Übereinstimmungen auflistet. Darin heißt es u.a.: „Gerechtigkeit erfordert das Respektieren fundamentaler Bedürfnisse von Menschen und Völkern. Ohne Gerechtigkeit kann es keinen echten und dauerhaften Frieden geben.” Friede sei ein Geschenk Gottes und erfordere das Engagement aller Menschen, insbesondere von Gläubigen. Wenn sie authentisch praktiziert werden, tragen Religionen dazu bei, Brüderlichkeit und Harmonie in der Menschheitsfamilie zu fördern. Wie aus der Mitteilung des Vatikans hervorgeht, empfing Papst Benedikt XVI. das islamisch-katholische Koordinationskomitee zu einem kurzen Gespräch. Die vatikanische Seite des Treffens leitete der Präsident des Päpstlichen Dialogrates, Kardinal Jean-Louis Tauran, während die islamische Delegation von dem saudischen Gelehrten Hamid bin Ahmad Al-Rifaie angeführt wurde. Er ist Präsident des „Internationale Islamischen Forums für Dialog” in Jeddah. (rv)
Europa
Österreich/Irak
Papst Benedikt XVI. hat die Wiener Ärztin Eva-Maria Hobiger zur „Dame des Gregoriusordens” ernannt. Kardinal Christoph Schönborn überreichte der im Irak tätigen Medizinerin die hohe päpstliche Auszeichnung bei einem Festakt im Wiener Erzbischöflichen Palais. Hobiger betreibt seit 2001 das Hilfsprojekt „Aladins Wunderlampe” für krebskranke Kinder in einem Mutter-Kind-Spital der südirakischen Stadt Basra. Die Klinik ist wegen der katastrophalen humanitären Situation im Irak von den Medikamentenlieferungen Hobigers abhängig. Ihr mutiger Einsatz rettete in den vergangenen Jahren tausenden irakischen Kindern das Leben. Die Wiener Ärztin unterstützte auch soziale und medizinische Projekte der bedrängten chaldäisch-katholischen Gemeinde in Basra. Der frühere Erzbischof von Basra, Gabriel Kassab, bezeichnet Hobiger wegen ihres Engagement als „Engel der Ärmsten”. (kap)
Schweiz
Drei Schweizer Lebensschutz-Gruppen fordern eine Ausdehnung des Moratoriums für die Todesstrafe auch auf Embryos. An diesem Mittwoch reichten die drei Bewegungen „Human Life International Schweiz“, „Ja zum Leben“ und „Jugend & Familie“ eine entsprechende Petition mit 10.000 Unterschriften an den Bundesrat ein. Demnach soll die Schweiz bei der UNO einen ergänzenden Vorstoß lancieren, heißt es in der Mitteilung der Lebensschutz-Gruppen. Kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres stimmten 104 Staaten in der UNO-Vollversammlung für ein Moratorium der Todesstrafe in Form einer Resolution, darunter auch die Schweiz. An bereits zum Tod Verurteilten sollte die Strafe nicht mehr vollstreckt werden, und die Gerichte sollten keine neuen Todesurteile verhängen. In Italien hatte der Journalist Giuliano Ferrara daraufhin in seiner Zeitung „Il Foglio” erklärt, dass an einer viel größeren Menschengruppe die Todesstrafe weiter vollstreckt werde. Gemeint sind Millionen unschuldiger Kinder, die weltweit pro Jahr vor der Geburt abgetrieben werden. Er rief dazu auf, das Moratorium gegen die Todesstrafe auf Embryos auszudehnen. (kipa)
Afrika
Zimbabwe
Caritas und Bischöfe warnen vor einer humanitären Katastrophe in dem Land. In einer gemeinsamen Presseerklärung von Caritas international und der Bischofskonferenz der Länder des südlichen Afrikas heißt es, hunderttausende Menschen seien bedroht, weil die Regierung internationale humanitäre Hilfe untersagt habe und nun eine Gewaltspirale drohe. Es müsse Druck auf die Regierungen ausgeübt werden; besonders Südafrika müsse sich für eine Lösung stark machen. Die Erklärung ist vom Präsidenten von „Caritas International”, Kardinal Oscar Rodriguez, sowie vom Erzbischof von Johannesburg, Muti Tlhagale, unterschrieben. - In Simbabwe steht in zwei Wochen die Stichwahl um die Präsidentschaft zwischen Mugabe und dem Oppositionsführer Morgan Tsvangirai an. Seit der Präsidentschaftswahlen Ende März versinkt Simbabwe immer mehr in einem bürgerkriegsähnlichen Zustand. (rv)
Asien
Indonesien
Das Verbot einer muslimischen Splittergruppe könnte der erste Schritt zu einem islamischen Staat sein. Das fürchten Menschenrechtsaktivisten. Kürzlich war durch ein Regierungsdekret den Anhängern der Ahmadiyya-Gruppe jegliche Tätigkeit in Indonesien untersagt worden. Menschenrechtler halten dies für einen Bruch der Verfassung, denn diese garantiere die freie Religionsausübung. Sie fordern eine Aufhebung des Dekrets. Besonders die „Front zur Verteidigung des Islam” (FPI), die die Einführung der Scharia in Indonesien zum Ziel hat, übt Druck auf die Regierung aus. (asianews)
Amerika
Vereinigte Staaten
Die Bischofskonferenz hat am Freitag eine Grundsatzpapier zur Stammzellenforschung verabschiedet. Es gebe keinen grundsätzlichen Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion, so die Bischöfe, aber der Missbrauch von Embryos sei „tief unmoralisch” und „unnötig”. Wenn einmal die moralischen Grenzlinien überschritten seien, drohe ein Dammbruch und der Embryo werde nur noch als Forschungsobjekt angesehen. Es ist das erste Mal, dass die Kirche in den USA ein solches Papier verabschiedet. - Bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe, die derzeit in Orlando (Florida) tagt, beraten die Bischöfe außerdem über eine neue englischsprachige Übersetzung des Messbuchs sowie über einen Zwischenbericht zu den Gründen und Umständen sexuellen Missbrauchs in der Kirche. (cns)
Kolumbien
Die Bischöfe haben seit Monaten keinen Kontakt mehr zu den FARC-Rebellen. Der Präsident der kolumbianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Luis Augusto Castro Quiroga, bestätigte in einem Interview mit dem Radiosender Caracol, dass die Verbindungen zu den Rebellen seit dem Tod des internationalen FARC-Sprechers Raul Reyes abgerissen seien. Reyes wurde bei einem Militärschlag der kolumbianischen Armee am 1. März in Ecuador getötet. Man müsse nun mit Nachdruck und Geduld, aber auch Zuversicht auf den geeigneten Moment warten, um wieder ins Gespräch zu kommen, erklärte der Erzbischof von Tunja. Dann solle allerdings nicht nur über die Geiselfrage gesprochen werden, sondern auch darüber, wie ein Dialog mit der Gesellschaft möglich sei. (kna)
Bolivien
Die Bischöfe haben zu Verantwortungsbewusstsein aufgerufen und zur Verteidigung des Gemeinwohls und des Friedens. Das geht aus einer Pressemitteilung vom Freitag hervor. Auf dem Hintergrund der schweren innenpolitischen Krisen betonen die Bischöfe, dass nur durch Dialog Lösungen gefunden werden könnten. Gespräche zwischen Regierung und Opposition – bei denen u.a. die katholische Kirche als Beobachter vermittelte - waren jüngst gescheitert. Bei den Gesprächen ging es um die neue Verfassung – ein Projekt, das Präsident Evo Morales gegen die Opposition durchgesetzt hat – und um Autonomie-Bestrebungen mehrerer reicher Provinzen. Die größte konservative Partei namens „Podemos” hatte an den Gesprächen von vornherein nicht teilgenommen. Am 10. August stellen sich der Präsident und die Provinz-Gouverneure einer Volksabstimmung, die die politische Landkarte Boliviens drastisch verändern könnte. Wenn Morales bei dem Referendum nicht genug Zustimmung findet, ist mit Neuwahlen binnen sechs Monaten zu rechnen. (rv)
Die Quellen unserer Nachrichtensendung
sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress,
Ansa, Efe,
Afp, Kipa,
Reuters, Ap,
ADN-Kronos, Upi,
Cns, Uca,
Misna, Osservatore
Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie
vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen
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Buchbesprechung:
Titel: Die Hoffnung stirbt nie, Lebensbild von F.X. Nguyen Van Thuan
Autor: André Nguyen Van Chau
Verlag: Neue Stadt
Preis: 19.90
Besprochen von P. Eberhard v. Gemmingen
Die Kraft der katholischen Kirche kommt in Zukunft aus Ostasien, aus China, Vietnam, Korea und anderen Ländern. Ein Beispiel für diese These ist das Leben von Kardinal Nguyen Van Thuan. Er verbrachte 13 Jahre als politischer Häftling in kommunistischen Gefängnissen Vietnams. In Dunkelhaft fürchtete er, den Verstand zu verlieren. Irgendwann erkannte das Regime, dass der Mann nicht zu brechen war. Erstaunlich ist, dass man ihn nicht umgebracht hat. Er selbst würde sagen: Die Vorsehung hat ihn beschützt. Aus einer bekannten vietnamesischen Familie stammend haben ihn seine kirchlichen Vorgesetzten rasch als Genie erkannt. So bekam er sehr schnell allerhöchste Verantwortung im Bischofsamt. Das war sein Schicksal. Als man ihn nicht zerbrechen konnte, ließ man ihn aus- aber nicht mehr einreisen. So wurde er im Vatikan verantwortlich für den päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden. Weltweit bekannt wurde er im Jahr 2000 durch die Exerzitien im Vatikan, die anschließend unter dem Titel „Hoffnung, die uns trägt“ veröffentlicht wurden. Nun liegt seine Biographie vor, ein spannendes Buch.

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