Meldungen vom 22.11.2008
- „Mensch hat Wahl zwischen Gut und Böse” -
- Religionsfreiheit ist erstes Menschenrecht -
- Armenien: „Über Feindschaft hinwegkommen“ -
Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Mario Galgano
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.
THEMEN DES TAGES:
Papst: „Freiheit ist Qual der Wahl”
Der barmherzige Gott ist ein gerechter Richter. Daran erinnerte Papst Benedikt XVI. an diesem Samstagvormittag. In seiner Rede an 3.000 Pilger aus der süditalienischen Diözese Amalfi lud Benedikt die Gläubigen ein, über die Bedeutung des „Jüngsten Gerichts” nachzudenken. Dabei ginge es um die „schwierige Wahl” zwischen Gut und Böse. Die Pilger aus Amalfi sind nach Rom gekommen, anlässlich des 800-Jahre-Jubiläums der Überführung der Reliquien des Heiligen Andreas von Konstantinopel nach Amalfi. Der Papst erklärte ihnen: „Christus identifiziert sich mit den Schwächsten unter uns. Beim Jüngsten Gericht wird Er über unsere Taten richten. Es liegt also an uns selber, zwischen der Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit zu wählen. Wir können selber entscheiden, für die Liebe und für die Vergebung zu sein oder die Rache und den Hass auszuwählen. Von dieser Wahl hängt unsere persönliche Rettung ab, aber auch die Rettung der gesamten Welt.”
Diese Wahl zwischen Gut und Böse sei eine gottgegebene Freiheit und eine große Verantwortung für jeden Einzelnen von uns, so der Papst weiter.
„Denn nur jeder Einzelne von uns, kann Gott daran hindern, über uns zu herrschen. Jeder von uns kann Ihm ein Hindernis auf den Weg legen: Das macht man, indem man Seine Gesetze zur Familie oder Gesellschaft missachtet. Wir Männer und Frauen haben die Möglichkeit mit Ihm oder gegen Ihn zu sein. Wer gegen Gott ist, wird – wie das Evangelium sagt – ein Anhänger des Teufels.” (rv)
Hier zum Nachhören
Vatikan: Große Erwartungen an Besuch des Armenischen Katholikos
Der armenisch-apostolische Katholikos Aram I. von Kilikien wird am kommenden Montag zu einem offiziellen Besuch bei Papst Benedikt XVI. erwartet. Auf dem Programm stehen unter anderem Gespräche mit dem Chef des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper. Bei seiner am Sonntag beginnenden Visite wird Aram I. von sechs Erzbischöfen und zwei Bischöfen begleitet. Es sei ein wichtiger Besuch, der die Beziehung der katholischen Kirche mit der armenisch-apostolischen Kirche verstärken wird, so Kardinal Kasper gegenüber Radio Vatikan.
„Der Besuch des Katholikos und Patriarchen Aram I. ist weit mehr als ein bloßer Höfflichkeitsbesuch. Er kommt nicht zum ersten Mal nach Rom. Vielmehr ist sein Besuch, ein guter Anlass mit ihm über wichtige Fragen zu sprechen. Es geht um ökumenische Fragen und um interreligiöse Fragestellungen. So ist ja der Einfluss der Muslime im Libanon – wo die Kirche des Nahen Ostens stark präsent ist – sehr groß geworden. Die Kirchenoberhäupter im Libanon haben dort traditionsgemäß einen wichtigen Einfluss. So ist auch Aram I. dort eine hoch angesehene Persönlichkeit.”
Die armenische Kirche sucht auch eine Unterstützung für die Anerkennung des Völkermords an den Armeniern. Im Zusammenhang mit den armenischen Unabhängigkeitsbestrebungen und dem Ersten Weltkrieg wurde eine große Zahl von Armeniern im Osmanischen Reich, aus dem die heutige Republik Türkei entstand, getötet. Die Türkei sagt aber, dass es sich nicht um ein Genozid gehandelt habe. Dazu Kardinal Kasper: „Es kommt nicht auf die Definition des Terminus ,Genozid’ an. Es ist vielmehr wichtig, dass viele Tausende von Menschen umgebracht wurden. Die katholische Kirche muss in erster Linie auf der Seite der Opfer stehen. Ob der Heilige Stuhl beitragen kann, die Beziehungen zwischen Türkei und Armenien zu verbessern, dass kann ich nicht beurteilen. Wir hoffen aber, dass man über alte Probleme und Feindschaften hinwegkommen kann. Das ist ein wichtiges Anliegen für den Frieden im Nahen und Mittleren Osten.”
Auf dem Programm steht ferner ein Besuch Arams I. in der Bartholomäus-Kirche in Rom. Am Dienstag wird dort der armenische Katholikos eine Reliquie in Erinnerung an die kilikischen Märtyrer niederlegen. Die Basilika auf der Tiber-Insel ist dem Gedenken an Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts gewidmet. (rv/kap)
Hier zum Nachhören
Nordkorea: Erstmals ein offizieller Missionar
Premiere für die katholische Kirche in Nord Korea: Erstmals wird nach der Machtübernahme der kommunistischen Partei ein katholischer Priester offiziell in das Land reisen. Es handelt sich um Franziskanerbruder Paul Kim Kwon-soon. Er wird Ende dieses Monats nach Pjöngjang reisen und dort ein Hilfszentrum leiten. Damit möchte die katholische Kirche ein wichtiges Zeichen setzen in dem Land, das an einer schweren Hungerkatastrophe und Armut leidet. Der Generalminister der Franziskaner, Bruder José Rodriguez Carballo, betont gegenüber Radio Vatikan, dass in Nord Korea weitere Hilfsmaßnahmen notwendig wären.
„Dennoch glaube ich, dass größere Schritte erst einmal mit solchen kleinen Schritten begangen werden müssen. Die Mission von Bruder Paul ist ein wichtiges Zeichen. Man kann sogar sagen, dass es ein prophetisches Zeichen ist. Denn nach 60 Jahren öffnet Nord Korea wieder seine Türen für die katholische Kirche – wen auch nur ganz wenig. Ich bin aber trotzdem sehr zufrieden, weil wir dort hingehen, um ein Friedenszeichen zu setzen.”
Sind Christen im Süden Koreas mittlerweile ein akzeptierter Bestandteil der traditionell buddhistisch und konfuzianisch orientierten Gesellschaft, landen sie im Norden allein aufgrund ihres Glaubens zu Tausenden in den gefürchteten Arbeitslagern, wo sie sich unter unvorstellbar grausamen Bedingungen zu Tode schuften. Wird sich das nun ändern? Dazu der Obere der Franziskaner, Bruder José Rodriguez Carballo:
„Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was sich ändern wird. Ich bin aber glücklich, dass wir Franziskaner dort eine Neuerung für die katholische Kirche bringen. Bruder Paul wird dort vorerst rund 1.500 Arbeiter betreuen und ihnen vor allem Nahrung besorgen. Auch wird er für die medizinische Versorgung sorgen. Das passt sehr gut zu unserer Berufung. Denn wir möchten vor allem für die Schwächsten in unserer Gesellschaft einstehen. Deshalb glaube ich auch, dass im Augenblick für die katholische Kirche in Nord Korea vor allem ihre Präsenz dort wichtig ist.” (rv)
Hier zum Nachhören
Simbabwe: Land leidet an Choleraepidemie
Die Kirche in Simbabwe ist besorgt: Die lang ersehnten Friedensbemühungen drohen nämlich zu scheitern. So haben der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter und Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan keine Einreisegenehmigung für Simbabwe erhalten. Carter erklärte am Samstag auf einer Pressekonferenz in Johannesburg, er und andere Mitglieder einer Friedensgruppe seien am Freitagabend vom früheren südafrikanischen Staatspräsidenten Thabo Mbeki über die Entscheidung informiert worden. Die Gruppe wollte der Planung einer Hilfsmission in Augenschein nehmen. Auch der Pressesprecher der Menschenrechtsorganisation „Zimbabwe Vigil”, Dennis Benton, bestätigt uns, dass sich die Lage wieder zuspitzt:
„Das Regime von Robert Mugabe unternimmt im Augenblick nichts. Es scheint so, als ob alles einfach still steht. Was noch hinzukommt, ist der Ausbruch einer Choleraepidemie. Da macht sich der Stillstand noch mehr bemerkbar. Es fehlen Infrastrukturen. Mittlerweile sind mindestens 300 Menschen an Cholera gestorben. Daher wäre es im Augenblick wichtiger, wenn die medizinische Versorgung wieder funktionieren würde. Die politischen Gespräche können also vorerst warten, doch die Choleraepidemie ist eine Bombe, die nun explodiert ist.” (rv)
Hier zum Nachhören
AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:
Sonntagsbetrachtung zu Christkönig
Letzter Sonntag im Kirchenjahr, Hochfest Christkönig. Die Betrachtung zum Evangelium kommt auch an diesem Sonntag von Elfriede Schießleder, Pastoralreferentin und Vizepräsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes. (rv)
Hier zum Nachhören
DIE NACHRICHTEN:
Vatikan
Die Kirche muss sich für mehr Frieden und Gerechtigkeit in Afrika einsetzen. Das sagte der Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentordnung, der nigerianische Kardinal Francis Arinze. Das Gespräch mit der Vatikanzeitung „L`Osservatore Romano” wurde am Freitag publiziert, anlässlich seines 50. Priesterjubiläums. Die nächste Sondersynode über Afrika komme in dieser Hinsicht sehr gelegen. Zwar dürfe man die positiven und demokratischen Entwicklungen des afrikanischen Kontinents nicht aus den Augen verlieren. Doch gebe es immer noch zu viel Korruption und Gewalt zwischen rivalisierenden ethnischen Gruppen. Die Kirche müsse in Afrika zu mehr Respekt vor den Menschenechten beitragen. – Arinze hat des Weiteren Papst Benedikt XVI. bei einer Privataudienz am Samstag die neueste Version des Römischen Messbuchs übergeben. Es handelt sich um den ersten Nachdruck der dritten Auflage des „Missale Romanum” von 2002. (rv/kna)
Papst Benedikt XVI. hat den koreanischen Wirtschaftsprofessor Thomas Hong-Soon Hang zum neuen Generalrevisor für ökonomische Belange im Vatikan ernannt. Hong-Soon Hang solle mit dem neu geschaffenen Amt künftig ein Wirtschaften gemäß der kirchlichen Soziallehre garantieren und unter anderem dafür sorgen, dass die Kirche in humane Ressourcen investiert, so ein Vatikansprecher. Damit trage der Papst dem Wunsch der Weltbischofssynode Rechnung, die im vergangenen Oktober in Rom getagt hatte. Dort sei die Forderung nach einer Moralisierung der Verwendung von Haushaltsgeldern in der Kirche gestellt worden. (rv)
Vatikan/Frankreich
Das Recht auf Religionsfreiheit sei das erste aller Menschenrechte. Das betonte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone in einer Botschaft, die er im Namen Benedikt XVI. an den Präsidenten der 83. französischen Sozialwochen gerichtet hat. Im Zentrum der Sozialwochen in Lion steht die gesellschaftliche Bedeutung der Religionen. Die verschiedenen Glaubenstraditionen lieferten wichtige Antworten auf die Probleme der Gegenwart, hieß es in dem Schreiben weiter. Um ihrer positiven gesellschaftlichen Rolle gerecht zu werden, müssten die unterschiedlichen Religionen einander respektieren. Gemeinsam sollten sie sich für ein friedliches Nebeneinander und die Wahrung der Menschenrechte einsetzen. (rv)
Vatikan/Algerien
Der Jesuitenpater Paul Desfarges wird neuer Bischof der Diözese Constantine in Algerien. Der Vatikan teilte die Ernennung des 64-jährigen Ordensmanns und Psychologieprofessors am Freitag mit. Constantine ist die Nachfolge-Diözese des von Benedikt XVI. besonders verehrten Kirchenlehrers Augustinus (354-430). Desfarges löst Bischof Gabriel Piroird (76) ab, der die Diözese Constantine 25 Jahre lang geleitet hatte. Die Kathedrale Notre-Dame-des-Sept-Douleurs wurde nach der algerischen Unabhängigkeit wieder zur Moschee umgebaut. In der Kathedrale hatte sich eine kostbare Kanzel befunden, die am Beginn der französischen Herrschaft im 19. Jahrhundert von den islamischen Notabeln der Stadt dem damaligen Dompfarrer zum Geschenk gemacht worden war. (rv/kap)
Europa
Europäische Union/Frankreich
Vertreter kirchlicher Organisationen aus Frankreich und Europa haben sich in Paris mit Regierungsvertretern zur französischen Ratspräsidentschaft beraten. Schwerpunkte des Gesprächs seien die aktuelle Finanzkrise sowie die Flüchtlings- und Asylpolitik gewesen. Die Kirchenvertreter hätten besonders die rechtliche Situation verfolgter Minderheiten beklagt und speziell auf die schwierige Situation der Christen im Irak hingewiesen. Ebenso sei die europäische Migrationspolitik zu bedenken. Weiter hätten Vertreter der EU-Bischofskonferenz COMECE auf die Bedeutung des Sonntags als arbeitsfreien Tag hingewiesen. Sie hofften diesbezüglich auf die Unterstützung des französischen Staatssekretärs für Europäische Angelegenheiten, Jean-Pierre Jouyet. (apic)
Deutschland
Muslime müssten die historisch gewachsene Trennung von Kirche und Staat in Europa akzeptieren. Das sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Samstag bei der Verleihung des Eugen-Biser-Preises in München. Wörtlich sagte Schäuble, der Islam in Europa müsse sich „ein Stück weit europäisieren”. Das bedeute auch den Verzicht auf einen sozialen oder politischen Absolutheitsanspruch. Doch auch die Deutschen seien dazu aufgefordert, Muslimen beim „Heimisch-Werden” zu helfen, meinte Schäuble. Der Islam müsse in Deutschland als Teil der Lebenswirklichkeit anerkannt werden. – Die christliche Eugen-Biser-Stiftung hat drei muslimische Würdenträger ausgezeichnet. Der Großmufti von Bosnien-Herzegowina, Mustafa Ceric (54), der jordanische Prinz Ghazi bin Muhammad bin Talal (42) und Scheich Al-Habib Ali Zain Al-Abidin Al-Jifri (37) erhielten am Samstag in der Hofkirche der Münchner Residenz den Eugen-Biser-Preis. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt ihren Beitrag zur Verständigung zwischen Muslimen und Christen. (kna)
Schweiz
Die Sterbehilfeorganisation Dignitas darf vorerst keine Sterbebegleitungen in ihrer Liegenschaft in der Zürcher Gemeinde Wetzikon durchführen. Ein Zürcher Gericht hat ein vorsorgliches Nutzungsverbot bestätigt. Das Gericht hat einen Rekurs von Dignitas-Chef Ludwig A. Minelli gegen einen entsprechenden Entscheid der Rekurskommission abgewiesen, wie die Gemeinde Wetzikon am Freitag mitteilte. Zuerst muss Minelli ein ordentliches Baubewilligungsverfahren durchlaufen. Noch bis Juni 2009 führt Dignitas legal im Industriegebiet in Schwerzenbach (ebenfalls Kanton Zürich) Suizid-Beihilfen durch. (kipa)
Afrika
Demokratische Republik Kongo
Nord-Kivu sei „das Palästina der Demokratischen Republik Kongo”. So beurteilt der Südtiroler Missionar, Pater Luigi Moser, die Lage der Region. Moser arbeitet seit mehr als 35 Jahren im Kongo und sprach in einem Brief an seine Heimatdiözese Trient von fortwährenden Brandherden an der Grenze zu Burundi, Ruanda und Uganda. Besonders die hunderttausenden Flüchtlinge, die seit dem Massaker von 1994 Ruanda verlassen hätten und im Kongo weilten, verdeutlichten den Vergleich, so Moser. (sir)
Naher Osten
Nahost
Die Heiligen Stätten sollten ein „Labor des interreligiösen Dialogs” und Jerusalem „ein Symbol des Friedens zwischen den großen Religionen” sein. Dies betonte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone in Rom bei der Präsentation des Buches „Gerusalemme e la Palestina” (Jerusalem und Palästina). Der Autor des Buches, Lorenzo Nigro, erzählt an Hand der Fotografien des Bibelwissenschaftlers und Archäologen Salvatore Garofalo eine Pilgerfahrt durch das Heilige Land. Kardinal Giovanni Lajolo, Präsident der Päpstlichen Kommission für den Staat der Vatikanstadt, betonte bei der Präsentation die „dreifache Liebe” für das Heilige Land. Es gehe um die Liebe zu den Menschen, deren spirituelle Wurzeln im Heiligen Land liegen, um die Liebe zu den Heiligen Stätten, wo sich „seit zu vielen Jahren das Blut Christi mit dem Blut so vieler schuldloser Opfer mischt”, und schließlich um die Liebe zu Jesus, „der Symbol der Liebe Gottes zu den Menschen ist”. (kap)
Die Verfolgung von Christen im Nahen und Mittleren Osten hat ein palästinensischer Journalist verurteilt. Die Ermordung und Vertreibung von Christen im Irak sei eine Warnung, dass Verbrechen gegen Minderheiten auf Nachbarländer übergreifen könnten, schrieb der Muslim Abd Al-Nasser Al-Najjar jüngst in der palästinensischen Zeitung Al-Ayyam. Wie der palästinensische Journalist weiter ausführt, seien Christen in den meisten arabischen Ländern „jeder denkbaren Form der Diskriminierung” ausgesetzt. Verfolgung gebe es etwa auch in Ägypten, dem Libanon, Algerien und den Palästinensergebieten. Arabische Behörden, Intellektuelle und Nicht-Regierungsorganisationen schwiegen zu diesen Gräueltaten. (idea)
Asien
China
Ein Hauskirchenpastor ist zu einem Jahr „Umerziehung durch Arbeit” verurteilt und in ein Lager eingeliefert worden. Das teilte das Hilfswerk „China Aid Association” jetzt mit. Zhu Baoguo werde vorgeworfen, eine „bösartige Sekte” zu leiten. Den Angaben zufolge wurden fünf Leiter staatlich nicht anerkannter Gemeinden am 12. Oktober bei einer Versammlung in der Ortschaft Dushu (Provinz Henan) festgenommen. Zhu wurde zunächst mit 15 Tagen Arrest bestraft, die anderen vier Gemeindeleiter mit fünf Tagen. Zwei Tage nach seiner Freilassung wurde Zhu zu einem Jahr Umerziehung verurteilt. Die Hilfsvereinigung verurteilt dieses Vorgehen als Verletzung der chinesischen Verfassung und fordert die sofortige Freilassung des Pastors. – Über die Zahl der Christen in der Volksrepublik gibt es unterschiedliche Einschätzungen. Die meisten Experten gehen von bis zu 80 Millionen aus. Die staatlich anerkannte Drei-Selbst-Bewegung und der Chinesische Christenrat repräsentieren nach offiziellen Angaben etwa 18 Millionen Protestanten. Von den rund 20 Millionen Katholiken gehören etwa sechs Millionen einer regimetreuen Kirche an. (idea)
Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
Buchbesprechung / Hörbuch
Titel: Heiteres vom Hof des Papstes
Autor: Ulrich Nersinger
Verlag: Petra Kehl 2008
Preis: 12,90 Euro
Rezension von: Gudrun Sailer
Im und um den Vatikan geht und ging es nicht immer nur bierernst zu. Das zu beweisen, ist der deutsche Vatikan-Beobachter Ulrich Nersinger angetreten. Sein Hörbuch “Heiteres vom Hof des Papstes“ versammelt Histörchen und muntere Anekdoten vom päpstlichen Hof aus 500 Jahren Kirchengeschichte – von Julius II. bis Leo XIII.
Nebenbei bietet das Hörbuch kulturhistorische Informationen, wie etwa: Was trug ein Papst bei der Jagd? Und mit welchen strengen Maßnahmen wollte er das Rauchverbot in Kirchen durchsetzen? Herausgeber Ulrich Nersinger, studierter Theologe, tritt sonst als Verfasser fundierter historischer Hintergrundberichte zu Vatikanthemen in Erscheinung, etwa in der deutschen Tagespost oder bei der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano”. Sein Hörbuch beweist, dass Seriosität und Humor einander nicht ausschließen.