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Meldungen vom 25.4.2009

- Papst betont Wert des Religionsunterrichts -
- Große Erwartungen an Papstreise ins Heilige Land -
- Neues Gesetz zu Gentests in Deutschland -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Einen Tag vor dem Berliner Referendum: Papst betont Wert des Reli-Unterrichts
Bei einem Treffen mit italienischen Religionslehrerinnen und Religionslehrern hat Papst Benedikt XVI. am Samstag die große Bedeutung des Religionsunterrichtes für Bildung, Kultur und Gesellschaft unterstrichen. Einen Tag vor dem Berliner Volksentscheid über die Einführung des Wahlpflichtbereiches Ethik/Religion an deutschen Schulen lobte der Papst die wertvolle Arbeit der Religionslehrer, die für ihre Schüler auch außerhalb des Unterrichtes eine wichtige Bezugsperson seien und sie „lebensfähig“ machten. Bei der Audienz wandte sich Benedikt direkt an die Lehrenden:

„Einerseits verleiht ihr der Schule mit der würdevollen pädagogischen Aufgabe des Religionsunterrichtes eine Seele. Andererseits gibt euer Unterricht dem christlichen Glauben vollen Anteil an der Erziehung und der Kultur im Allgemeinen. Dank dem katholischen Religionsunterricht werden Schule und Gesellschaft um authentische Arbeiter für Kultur und Menschlichkeit bereichert. Der Religionsunterricht dechiffriert einen Kernpunkt des Christentums: Er befähigt die Person dazu, das Gute zu entdecken, stärkt ihre Verantwortlichkeit, so dass der Dialog gesucht und der kritische Sinn verfeinert werden.“

In der Wissensgesellschaft bereichere der Religionsunterricht junge Menschen um eine entscheidende und unerlässliche Dimension. Benedikt:

„Die religiöse Dimension trägt zu einer globalen Bildung der Person bei und erlaubt es, Erkenntnis in Lebenswissen und Wissen über das Leben zu verwandeln.“

In Berlin befinden morgen die Wähler in einer Volksabstimmung über die Zukunft und Stellung des Religionsunterrichts an den staatlichen Schulen. (rv)
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Papst trifft Arabische Liga: „Startpunkt für den Frieden“
Am Freitagabend hat Papst Benedikt den Generalsekretär der arabischen Liga, Amr Moussa, im Vatikan empfangen. Das abendliche Treffen ist - zusammen mit der Unterzeichnung eines gemeinsamen „Memorandums of Understanding“ am Donnerstag - ein wichtiger Bezugspunkt im Dialog zwischen Muslimen und Christen. Über die Zusammenkunft Benedikts mit Amr Mussa sprach Radio Vatikan mit Erzbischof Michael Fitzgerald, dem Vatikan-Vertreter bei der Arabischen Liga.

„Das Memorandum wirkt auf politischer und kultureller Ebene. Sein Anliegen ist der Weltfrieden und der Austausch beider Parteien über die internationale Situation. Ein wichtiger Punkt ist die Kooperation mit den Vereinten Nationen und deren Organisationen. Im kulturellen Bereich geht es vor allem um den Dialog der Zivilisationen und den kulturellen und religiösen Dialog. Doch diese Aspekte müssen nun entwickelt werden. Ich denke, dass das ‚Memorandum of Understanding‛ ein Startpunkt für gemeinsame Aktivitäten ist und ein Feld absteckt, auf dem wir gemeinsam etwas verändern können.“

Bei dem Treffen zwischen Benedikt und Moussa am Freitagabend sei es auch um die Papstreise ins Heilige Land gegangen. Benedikt könne vor Ort wichtige Weichen für den Friedensprozess stellen. Fitzgerald:

„Die Aussagen des Papstes können zum Friedensprozess beitragen. Doch sie müssen nicht nur von den politischen Führern, sondern auch von den Menschen selbst angewendet werden. Die Kirche, die Grenzen überwindet, hat diese friedensstiftende Aufgabe.“

Der Brite Fitzgerald leitete bis zu Beginn des Jahrhunderts den Päpstlichen Dialograt; seither ist er Päpstlicher Nuntius in Ägypten mit Sitz in Kairo. (rv)
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Papstreise ins Heilige Land: Große Erwartungen
Vom 8. bis 15. Mai wird Papst Benedikt Jordanien, Israel und die Palästinensergebiete besuchen. Die Minderheit der Christen in Israel sieht der Reise zwei Wochen vor dem Ereignis mit großen Erwartungen entgegen. Sie erhofft sich konkrete Verbesserungen der Beziehungen zwischen der Kirche und dem Staat Israel. Das sagt Gabi Fröhlich, Vatikan-Korrespondentin in Jerusalem, gegenüber Radio Vatikan.

Die Menschen im Heiligen Land fragen sich, ob Benedikt die Probleme in der Region beim Namen nennen wird. Fröhlich:

„Wird er etwas gegen den Mauerbau sagen. Wird er etwas sagen, dass 600 Checkpoints in Westjordanland und um das Westjordanland herum sind, wo die Palästinenser große Schwierigkeiten haben, sich von A nach B zu bewegen. Wird er etwas sagen gegen die Trennung der Familien, Jerusalem und die Westbank, das ist großes Thema hier, dass die nicht mehr zusammen kommen können. Wird er etwas sagen gegen die Tatsache, dass Kirchen ständig um die Visa kämpfen müssen, die Araber sowieso, aber auch Westler sind betroffen.“

Das Programm der Papstreise lehnt sich weitgehend an das von Papst Johannes Paul II. im heiligen Jahr 2000 an, setzt aber auch neue Akzente, sagt Gabi Fröhlich:

„Der Schwerpunkt liegt diesmal ganz eindeutig auf der Begegnung mit den einheimischen Gläubigen. Das wird hier von den Kirchenvertretern vor Ort auch immer wieder betont. Damit geht man auf die Sorgen der einheimischen Christen ein, dass es wieder sein könnte wie 2000. Aus der Sicht der einheimischen Gläubigen nämlich war die Reise von Papst Johannes Paul II., der Besuch hier, nicht der Riesenerfolg, wie wir das vielleicht vom Ausland her wahrgenommen haben oder die israelische Öffentlichkeit es auch wahrgenommen hat. Die einheimischen Christen haben gesagt, er kam, wir haben ihn kaum gesehen, und fünf Monate später brach die Intifada aus und alles war schlimmer als zuvor.“

Zeichen dieser gewünschten Volksnähe sind die drei großen Messen, die Benedikt mit den Gläubigen im Heiligen Land feiern wird.

„Unter anderem gibt es eine große Messe in Galiläa, diesmal nicht am See, abseits von der Bevölkerung, sondern im arabischen Nazareth. Auch das ist ganz bewusst gewählt worden, das Heiligtum schlechthin, Nazareth in Galiläa, und das, wo die meisten Christen leben. Und dort soll die allergrößte Messe mit mehreren 10.000 Gläubigen sein. Man legt ein ganz großes Gewicht auf den Besuch bei den Christen im Heiligen Land.“ (rv)
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Worum geht es dem Papst? Ein Kommentar von Pater Eberhard v. Gemmingen
Durch die Stürme nach der Aufhebung der Exkommunikation der Lefebvre-Bischöfe ist bei manchen der Eindruck entstanden, Papst Benedikt wende sich vor allem der Vergangenheit zu, er sei Traditionalist. Dem muss ich widersprechen. Dem Papst geht es um etwas ganz anderes. Er hat es in seinem Schreiben zur Erklärung seiner Maßnahme deutlich gesagt: Es geht ihm um die Rettung und Verlebendigung des Glaubens an Gott. Dahinter steht die reale Gefahr, dass der Glaube an Gott vor allem in Europa immer mehr verdunstet.

Auch ich bin der Ansicht, dass diese Gefahr außerordentlich groß ist, aber übersehen wird. Die Suche nach Gott, die Frage nach einer obersten Autorität über dem Menschen, scheint vor allem in Mitteleuropa immer mehr abzunehmen. Und Papst Benedikt ist genau der gleichen Ansicht wie der bekannte Jesuit Alfred Delp, der im Nazi-Gefängnis in Berlin schrieb: Gott gehört in die Definition des Menschen. Mit anderen Worten, wenn wir Gott streichen, dann verfallt der Mensch dem reinen Pragmatismus. Benedikt weiß, dass die Verfassungen der Staaten – vor allem in Europa – auf einem christlichen Menschenbild basieren, ein christliches Menschenbild voraussetzen. Geht der Glaube an Gott verloren, so verlieren die Verfassungen mit Menschenwürde und Menschenrechten ihre Grundlagen.

Benedikt sieht sehr deutlich diese Zusammenhänge. Er will daher auch nicht moralisieren, hat daher auch nichts direkt gegen den Gebrauch von Kondomen gesagt, sondern will den Glauben an den Vater Jesu Christi, an die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, an die Aussendung des Heiligen Geistes verkünden. Er vergleicht unsere Zeit vielleicht ein wenig mit dem ausgehenden Altertum, in dem eine niedergehende Kultur das Christentum entdeckt und dadurch einen konstruktiven Übergang zu einer neuen Kultur ermöglicht hat.

Wichtig ist mir seine Kritik an der „Diktatur des Relativismus“. Er hält daran fest, dass der Mensch Wahrheit erkennen kann, dass es daher unumstößliche Werte für eine Gesellschaft gibt, dass der Mensch sich nicht von ständig wechselnden Meinungen und Weltanschauungen treiben lassen darf. Und er ist der Überzeugung, dass nur eine Kirche, die ein klares Profil hat, eine Hilfe für die Menschen heute ist. Nur als eine Gemeinschaft mit Profil wird sie wahr- und ernst genommen, wird sie gehört und respektiert.

Dem Papst geht es darum, dass die Kirche Sakrament des Heiles für die Welt ist, dass sie Christus verkündet und gegenwärtig setzt, damit durch das Zeugnis Jesu der Glaube an einen liebenden Vatergott neu auflebt und lebendig ist. Dass Millionen von Menschen in Not durch lebendige Christen Hilfe und eine neue Perspektive erhalten. Dem Papst geht es nicht nur um die Kirche, sondern um die ganze Menschheit.
Pater Eberhard v. Gemmingen SJ ist Leiter des deutschen Programms von Radio Vatikan.

Deutschland: Neues Gesetz für Gentests - Gespräch mit Karl Jüsten
Der Bundestag hat am Freitag Regelungen für Gentests beschlossen. Das Gesetzeswerk regelt so unterschiedliche Bereiche wie vorgeburtliche Diagnostik und Vaterschaftstests. Weder von Arbeitgebern noch von Krankenkassen dürfen fortan Gentests verlangt werden. Verbände wie die „Lebenshilfe“ sind erleichtert über die differenzierten Regelungen dieses sensiblen Feldes. Auch der Vertreter der katholischen Kirche bei der Bundesregierung, Prälat Karl Jüsten, lobt die Begrenzungen der Gentests. Im Gespräch mit Radio Vatikan warnt er aber vor einem Missbrauch der durch Gentests gewonnenen Daten.

„Es ist für uns erfreulich, dass die Gentests begrenzt werden. Insbesondere, wenn sie vorgeburtlich durchgeführt werden, sind sie mit Risiken verbunden. Und dann stellt sich vor allem die Frage: Was geschieht mit den Ergebnissen dieser Tests - werden sie ausgenutzt, um einem behinderten Kind nicht das Leben zu schenken, oder werden möglicherweise in dieser frühen Phase Schuldfestlegungen gemacht, die die Kinder dann ein ganzes Leben ertragen? Insbesondere, wenn die Krankenkassen dann auf diese gewonnenen Erkenntnisse zurückgreifen können und dann einem Menschen die Aufnahme in eine Krankenkasse verwehren usw.“

Mit dem Gesetz vom Freitag findet eine jahrelange Debatte ihr vorläufiges Ende. Das neue Gesetz knüpft Untersuchungen, die massiv das Selbstbestimmungsrecht des Menschen berühren, eng an die Ärzte und soll einen Missbrauch von genetischen Daten, zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt, verhindern. Eine Schwachstelle der neuen Regelung sieht Jüsten jedoch im Bereich der Forschung:

„Aus unserer Sicht könnten Gentests zu Forschungszwecken noch restriktiver gehandhabt werden. Da gibt es noch eine Ordnungsklausel..“

Auch auf EU-Ebene wurde in diesen Tagen über das Thema der Präimplantationsdiagnostik, kurz PID, befunden. Bei dieser Praxis werden nach einer künstlichen Befruchtung gezielt Embryonen ausselektiert, um schwere Erbkrankheiten zu verhindern. Beim Schutz des ungeborenen Lebens sei Deutschland vorbildlich, sagt Jüsten:

„Wir sind sehr froh, dass es in Deutschland auch eine sehr strenge Regelung hinsichtlich der Präimplantationsdiagnostik gibt. Damit soll vermieden werden, dass durch die Gentests bereits im Vorfeld Selektion stattfindet.“ (rv)
Hier zum Nachhören


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko wird am Montag zu einem Besuch im Vatikan erwartet. Geplant sind Gespräche mit Papst Benedikt XVI. und mit Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone. Protokollarisch handelt es sich weder um einen Staatsbesuch noch um eine rein private Visite. Der seit 1994 amtierende Lukaschenko reist zum ersten Mal zu einer Papstaudienz in den Vatikan. Auch die Weißrussische Bischofskonferenz hatte den Besuch auf ihrer Homepage mitgeteilt. Am Dienstag wird Lukaschenko am römischen Sitz des Souveränen Malteserordens empfangen. Im Mittelpunkt des Treffens mit dem Großmeister des Ordens, Matthew Festing, steht nach Angaben der Malteser die Unterzeichnung eines Vertrags über humanitäre Zusammenarbeit sowie ein Post-Abkommen. Der Malteserorden und Weißrussland unterhalten seit 1996 diplomatische Beziehungen. Zuvor trifft Lukaschenko im Rahmen seines Rom-Aufenthalts am Montag mit Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano und mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi zusammen. Die italienische Wochenzeitschrift „Panorama“ spekuliert in ihrer neuesten Ausgabe über ein Thema, das der erklärte Atheist Lukaschenko dem Papst vortragen wollen. Nach Angaben des Blattes wünscht sich der Präsident, den viele als „Europas letzten Diktator“ bezeichnen, dass ein mögliches historisches Treffen zwischen Papst Benedikt und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill in Weißrussland stattfindet. Lukaschenko wolle Minsk als neutralen Boden für den Kirchengipfel ins Gespräch bringen, so „Panorama“. (kna/panorama)
Das Privatarchiv eines der größten Experten für das Pontifikat von Pius XII., des Jesuiten Robert Graham (1912-97), soll digitalisiert werden. Das sagte der Sprecher des Ordens, Giuseppe Bellucci, am Freitag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „Kathpress“. Erst nach der Öffnung des vatikanischen Geheimarchivs für das betreffende Pontifikat (1939-58) könne auch eine Publikation der Unterlagen von Graham erfolgen. Bellucci dementierte Presseberichte, nach denen die US-Stiftung „Pave the Way“ bereits jetzt exklusiven Zugang zu dem Material erhalte. Die Stiftung tritt für eine Rehabilitierung Pius' XII. von dem Vorwurf des Schweigens zur NS-Judenverfolgung ein. - Der aus Kalifornien stammende Politikwissenschaftler und Jesuit Graham hatte seit 1966 an der Herausgabe einer elfbändigen Dokumentensammlung über die Politik des Heiligen Stuhls während des Zweiten Weltkriegs mitgearbeitet. Daneben veröffentlichte er zahlreiche eigene wissenschaftliche Aufsätze. Bei seinem Tod hinterließ er ein Privatarchiv von rund 25.000 Seiten mit Zeugenberichten und Dokumenten über Initiativen, die der Vatikan zur Rettung von Juden vor der nationalsozialistischen Verfolgung unternahm. Grahams Archiv werde in Rom katalogisiert und digitalisiert, bleibe aber im Besitz der kalifornischen Jesuitenprovinz, sagte Bellucci. Bislang habe niemand das Privatarchiv Grahams näher begutachtet. Experten rechneten jedoch nicht damit, dass es völlig neue Tatsachen über die Amtszeit von Pius XII. enthält, so der Ordenssprecher. (kap)

Europa

Deutschland
Die katholische Kirche betreibt nach den Worten von Kurienkardinal Walter Kasper keine organisierte Judenmission. Die Christen bräuchten aber ihren Glauben nicht zu verstecken, sagte der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates am Freitag vor Journalisten in Trier. Kasper kritisierte ein vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken veröffentlichtes Papier zur Judenmission. Das Dokument mit dem Titel „Nein zur Judenmission - Ja zum Dialog zwischen Juden und Christen“ enthalte „große Schwächen“ und sei eine Ansammlung von „Halbwahrheiten“, monierte der Kurienkardinal. - Das katholisch-jüdische Verhältnis wurde in jüngster Zeit u.a. durch die Diskussion um die Karfreitagsfürbitte belastet. Eine Formulierung in der revidierten Fürbitte des alten Messritus könnte nach Auffassung von Fachleuten als Aufruf zur Judenmission verstanden werden. Eine Missionierung von Juden sei aber undenkbar, betonte Kasper. Das Verhältnis zum Judentum sei für die katholische Kirche von überragender Bedeutung. (kna)
Christen sollten sich im Kampf gegen Rechtsextremismus engagieren. Dazu haben die Leiterinnen und Leiter der Katholischen Büros in Deutschland auf ihrer Frühjahrstagung in Schwerin aufgerufen. Rechtsextremismus bestreite die fundamentale Gleichheit aller Menschen, propagiere Gewalt und sei unvereinbar mit katholischer Ethik. Christen dürften nicht tatenlos bleiben, betonte die Leiterin des Katholischen Büros in Schwerin, Schwester Cornelia Bührle, vor Journalisten. Eltern sollten bei Sprache, Kleidung oder Musik ihrer Kinder auf mögliche Spuren der menschenverachtenden Ideologie achten. – Grundlage für die Beratungen der Katholischen Büros zum Thema „Rechtsextremismus“ war ein Arbeitspapier des Berliner Instituts für christliche Ethik, das sich mit dem Rechtsextremismus aus theologisch-ethischer Sicht befasst. (pm)
Mit einer Online-Kampagne will der Dachverband der deutschen katholischen Jugendverbände, BDKJ, junge Menschen im Superwahljahr 2009 dazu ermuntern, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. „Wählen heißt, Demokratie aktiv gestalten“, so die BDKJ-Vorsitzende Andrea Hoffmeier. Zwei neue Internetseiten, www.wahlheldin.de und www.wahlheld.de, informieren Jugendliche über die anstehenden Europa- und Bundestagswahlen sowie die Möglichkeiten politischer Beteiligung. Auf den Seiten können sich Jugendliche aktiv in den Wahlkampf einbringen, indem sie virtuelle Figuren mit eigenen Forderungen und politischen Botschaften versehen. Die selbst produzierten Slogans und Filme können dann an Politiker, Institutionen oder Freunde verschickt werden. (pm)
Im Kloster Helfta ist Äbtissin Assunta Schenkl überraschend verstorben. Die 85-Jährige hatte das berühmte Zisterzienserinnenkloster Helfta in Sachsen-Anhalt seit 10 Jahren geleitet. Vorher war sie Äbtissin im Kloster Seligenthal im bayrischen Landshut gewesen. Noch kurz vor ihrem Tod hatte sie Sonntagsbetrachtungen für die deutschsprachige Redaktion von Radio Vatikan gestaltet; auch an diesem Samstag Abend wird eine solche Betrachtung ausgestrahlt. Assunta Schenkl hatte vor drei Jahren das 50. Jubiläum ihres Ordensgelübdes feiern können. (pm)

Frankreich
In Bordeaux treffen sich am Montag und Dienstag Verantwortliche der EU-Bischofskonferenzen mit Vertretern der muslimischen Gemeinschaften. Dabei wollen sie über Herausforderungen und Fragen des interreligiösen Dialoges und die Planung gemeinsamer Projekte sprechen. Unter den Gästen ist der Präsident des Päpstlichen Dialogrates, Kardinal Jean-Louis Tauran. Unter anderem geht es bei der Veranstaltung um Fragen der Integration und Muslimen der zweiten und dritten Generation in Europa. Die Aufmerksamkeit für den interreligiösen Dialog sei in den Bischofskonferenzen in den letzten Jahren gewachsen, sagt der Generalsekretär der europäischen Bischofskommission, Pater Duarte da Cunha. (pm)

Amerika

Vereinigte Staaten
Die Bischöfe haben zu mehr staatlicher Unterstützung für Schwangere aufgerufen. In einem Schreiben fordert der Lebensschutz-Beauftragte der Bischofskonferenz, Kardinal Justin Francis Rigali, die Abgeordneten des US-Kongresses auf, für den so genannten „Pregnant Women Support Act“ zu stimmen. Der Gesetzesentwurf sieht vor, staatliche Unterstützungen für schwangere Frauen und ihre Familien auszuweiten. Demnach stünde Frauen in den USA künftig während und nach Schwangerschaften kostenlose medizinische Versorgung zu. Bisher mussten Frauen in den USA die medizinischen Behandlungskosten für Schwangerschaft und Geburt selbst zahlen. Das neue Gesetzespaket sei zudem eine wichtige Maßnahme, um Abtreibungen vorzubeugen, so Kardinal Rigali. Man dürfe schwangere Frauen nicht allein lassen. „Keine Frau soll sich für eine Abtreibung entscheiden“, so der Oberhirte wörtlich, „weil sie meint, dass sie aus finanziellen Gründen keine andere Wahl habe.“ (rv)

Venezuela
Die Bischöfe des Landes sind besorgt über die Missachtung des Volkswillens durch die Regierung des Präsidenten Hugo Chávez. Eine Gesellschaft könne nicht friedlich und einvernehmlich zusammenleben, deren Regierung versuche ihr nationales Projekt der ganzen Bevölkerung aufzuzwängen, heißt es in einer Erklärung, die die Bischöfe am Freitag veröffentlichten. Anlass war der Abschluss ihrer außerordentlichen Vollversammlung in dieser Woche. Zunehmende Willkür in der Justizverwaltung und eingeschränkte Medienautonomie gefährde das demokratische Zusammenleben, so die Bischöfe weiter. Dies habe zu Polarisierungen und Spaltungen in der Gesellschaft geführt. In ihrer Erklärung riefen sie die Gesellschaft zu einer kritischen Zusammenarbeit auf, deren Ziel das Gemeinwohl sei. Von der Regierung forderten sie mehr Respekt und Toleranz für Andersdenkende. (rv/faz)

Argentinien
Die Kirche ist besorgt um die Sicherheit ihrer Sozialarbeiter in den Slums von Buenos Aires. Die Staatsanwaltschaft der Hauptstadt erklärte sich jetzt bereit, Drohungen der Drogenmafia gegen die engagierten Kirchenangestellten zu untersuchen. Der Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Jorge Bergoglio, hatte die Polizei zum Handeln aufgefordert, nachdem ein Priester Morddrohungen erhalten hatte. Ursache scheint das verstärkte Engagement der Kirche gegen den Drogenkonsum von Kindern und Jugendlichen in den Armenvierteln von Buenos Aires zu sein. Kirchenvertreter warnen vor einem Anstieg des Drogenkonsums im Land. Scharf kritisiert die Kirche zudem das Vorhaben der Regierung, so genannte weiche Drogen wie Marihuana zu legalisieren. Die Lage der Jugend in den Elendsvierteln von Buenos Aires ist nach Aussagen von Kirchenmitarbeitern katastrophal. Viele leiden unter Alkoholismus und Drogensucht. Erschwert werde die Situation durch das fehlende Eingreifen der Polizei gegen die Drogenmafia. (apic)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.


Buchbesprechung:

Titel: Das Händel-Hörbuch – Leben in der Musik. Eine klingende Biografie
Autor: Corinna Hesse
Verlag: Silberfuchs-Verlag 2009
Preis: 24 Euro
Rezensentin: Gudrun Sailer

Georg Friedrich Händel – ein Star-Komponist aus Halle an der Saale, Lehrzeit im Rom der Päpste, Emigrant der Luxusklasse nach London. Am 14. April jährte sich sein Todestag zum 250. Mal. Aus diesem Anlass hat der Silberfuchs-Verlag dem deutsch-britischen Barockkomponisten ein Hörbuch gewidmet. Es zeichnet mit der Stimme von Dietmar Mues Händels Lebensweg anhand zahlreicher Musikbeispiele nach.

OT: „Unterdessen flaniert der junge Händel durch Florenz und Rom. Er macht Prinzen und Kardinälen seine aufwwartung und sich mit der Musik von Alessandro Scarlatti vertraut. Händel schreibt jede Woche eine neue Kantate. Die Kardinäle umwerben ihn, aber bekehren können sie den Lutheraner nicht.“

Der Papst hat die Oper wegen ihrer Sinnlichkeit verboten – Händel bleibt flexibel und schreibt stattdessen einfach Oratorien. Über Hannover geht der so fruchtbare wie erfolgreiche Komponist nach London, in die modernste Nation der Zeit. Unter der Queen setzt er seine Erfolge nahtlos fort.

OT: „Die Melodie der weinenden Geliebten, von Händel bereits mehrfach recycelt, wird später sogar als Kirchenlied ins anglikanische Gesangsbuch wandern.“

Geschickt zeichnet das Hörbuch das politisch-wirtschaftliche Umfeld von Händels Lebensstationen nach. Der Komponist, so wird deutlich, hatte auch ein Händchen fürs Geschäftliche. Der britischen Oberschicht liefert er Opern im italienischen Stil, fürs protestantische Bürgertum komponiert er Oratorien – mit englischen Texten. Das berühmteste dieser 25 berührend-frommen Schöpfungen ist der Messias.

OT: „Ich werde betrübt, hat Händel einmal gesagt, wenn ich die Zuhörer nur unterhalten wollte. Ich wollte sie zu besseren Menschen machen.“

Textlich vergreift sich das Hörbuch manchmal an allzu oft genutzten Floskeln. Dennoch bleibt es ein gut zu hörendes und instruktives Werk – ein Geschenk fürs Händel-Jahr.

Das Händel-Hörbuch – Leben in der Musik. Eine klingende Biografie. 80 Minuten. Von Corinna Hesse. 24 Euro. Weitere Hörproben gibt es auf der Webseite des Verlags: www.silberfuchs-verlag.de

 






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