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Meldungen vom 26.10.2009

- Papst: „Nur Kirche kann Bibel interpretieren“ -
- Vatikan: Theol. Gespräche mit Piusbrüdern starten -
- Großbritannien: Anglikanischer Bischof will katholisch werden -


Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefan v. Kempis
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

AUS DER REDAKTION:

Verehrte Freundinnen und Freunde unseres Newsletters,
Vermutlich haben Sie schon erfahren, dass ich Radio Vatikan am Ende dieses Jahres verlassen werde. Nach 27 Jahren in Rom kehre ich gerne in meine deutsche Heimat zurück und übergebe das Heft einem jungen Mitbruder, Pater Bernd Hagenkord….
Eine Bitte von Pater Eberhard von Gemmingen, lesen Sie hier weiter


THEMEN DES TAGES:

Großbritannien: Anglikanischer Bischof will katholisch werden
Ein verheirateter anglikanischer Bischof hat am Wochenende seine Bereitschaft erklärt, katholisch zu werden. Er werde sich gern in der katholischen Kirche erneut zum Priester weihen lassen - das sagte der Bischof von Chichester, John Hind, zum „Sunday Telegraph“. Hind leitet die Gemeinschaft der „Traditionalisten“ innerhalb der anglikanischen Kirche.

Er sei froh, dass es nun „für die Katholiken in der Church of England“ endlich die Möglichkeit gebe, zwischen Bleiben oder Gehen zu wählen, so der anglikanische Bischof. Die konservative anglikanische Gruppierung „Forward in Faith“ geht davon aus, dass insgesamt etwa ein Dutzend Bischöfe darüber nachdenkt, katholisch zu werden. Bischof John Broadhurst von Fulham, der Leiter der Gruppe, erklärte am Wochenende wörtlich: „Das anglikanische Experiment ist vorbei.“ Papst Benedikt hatte letzte Woche Schritte angekündigt, um traditionellen Anglikanern den Weg in die katholische Kirche zu erleichtern. Sie sollen dort eine gesonderte kirchliche Struktur bekommen, in der auch verheiratete anglikanische Priester weiter ihr Amt ausüben können. Die Bischofsweihe bliebe den verheirateten Priestern allerdings versperrt. Hintergrund der Vatikan-Maßnahme, deren Details noch nicht bekannt sind, ist der tiefe Riss, der zurzeit durch die anglikanische Weltkirche geht. Auf der einen Seite stehen da Reformer, die auch Frauen und Homosexuelle zur Priester- und Bischofsweihe zulassen; auf der anderen Seite traditionelle Anglikaner, die vor einem Schisma innerhalb ihrer Gemeinschaft warnen. Viele dieser traditionellen Anglikaner leben in den Entwicklungs- oder Schwellenländern; ihre Bischöfe haben sich zu einer Gruppe namens „Global South“ zusammengeschlossen, die nach eigenen Angaben fast die Hälfte aller Anglikaner weltweit repräsentiert. Leiter der Gruppe: Erzbischof Peter Akinola aus Nigeria. Die „Global South“-Gruppe erklärte am Wochenende, traditionelle Anglikaner sollten jetzt nicht ihre Kirche verlassen, sondern sie von innen her von der Liberalisierung abbringen. - Papst Benedikt will nach britischen Presseberichten nächstes Jahr Großbritannien besuchen. Der Anlass könnte die Seligsprechung von Kardinal John Henry Newman sein - eines Anglikaners, der zum Katholizismus übergetreten war. (reuters/pm)
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Naher Osten: Wo ist der Friedensprozess geblieben?
Der Papst fährt – im Mai war das – mit dem Auto durch die Mauer in Israel, die Kontrahenten Netanjahu und Abbas schütteln sich in New York vor den Fernsehkameras die Hände, und nur von einem ist keine Spur in Nahost: vom Friedensprozess nämlich. Trotz mancher Bemühungen der neuen US-Regierung ist in Tel Aviv und Ramallah nichts in Gang gekommen – zum Ärger des Vatikans. Erzbischof Celestino Migliore vertritt den Vatikan bei der UNO in New York; er sagt uns:

„In 60 Jahren hat die UNO nicht weniger als 760 Resolutionen zur israelisch-palästinensischen Frage verabschiedet – und nicht eine einzige davon ist umgesetzt worden. Friedenspläne gibt es ja eigentlich genug: die Vereinbarungen von Oslo, die von Camp David, die Road Map, die Arbeit des Nahost-Quartetts usw. – aber die Krise in den israelisch-palästinensischen Beziehungen ist leider längst chronisch geworden. Zu lösen ist sie erst, wenn die Betreffenden und vor allem die mit ihnen verbündeten Länder, auf der einen wie auf der anderen Seite, wirklich einmal den politischen Willen aufbringen: Erst dann kann die UNO vielleicht auch mal einen Friedensplan auf die Beine stellen, der auch funktioniert!“

Ja, die UNO… Erzbischof Migliore, der das Treiben im UNO-Hauptquartier am „East River“ aus der Nähe erlebt, ist aufgebracht über die „unerträgliche Verspätung“, mit der die Völkerorganisation oft wichtige Themen angeht.

„Nehmen wir den Fall der Finanzkrise: Es ist ja klar, dass man nicht 192 Länder bitten kann, sich an einen Tisch zu setzen, um sich neue Normen und Mechanismen für Kontrolle und Aktion auszudenken; dafür sind eher spezialisierte Institute und regionale Verbände da, die schneller entscheiden können. Aber da muss die UNO doch Vorschläge in die Wagschale werfen, damit auch Länder gehört werden, die vielleicht weniger politisches, demographisches und wirtschaftliches Gewicht haben!“ (rv)
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Nach der Synode: „Nichts gehört aus Mosambik...“
Am Sonntag ist die große Bischofssynode über Afrika zu Ende gegangen – jetzt startet die eigentliche Arbeit: die Umsetzung vor Ort. „Die Synode hat uns einiges an die Hand gegeben, mit dem sich etwas machen lässt“, sagen Teilnehmer des Mega-Treffens im Vatikan. Gervais Banshimiyubusa ist Bischof von Ngozi in Burundi:

„Wir haben ja in Afrika so viele Probleme und Kriege – da hatten sich einige gefragt, was die Synode uns bringen könnte, um aus dieser Lage herauszufinden. Ich glaube, ein paar wichtige Hinweise konnte sie uns dann aber geben: Wer Frieden will, muss erst etwas für die Gerechtigkeit tun – und wenn die Regierung nicht demokratisch ist und die Menschenrechte nicht achtet, kann man nicht von Frieden oder Versöhnung sprechen. Das Problem in Burundi ist die Teilung der Macht: Wer sie einmal hat, will sie nicht wieder hergeben, weil er sonst auch allen Zugang zu Reichtümern aus der Hand gibt.“

Mit einiger Verärgerung stellen manche (gewesene) Synodenväter fest, dass ihre Versammlung in den großen Medien da draußen kaum vorgekommen ist. Erzbischof Francisco Chimoio von Maputo in Mosambik:

„Ich sehe mit einer gewissen Bitterkeit, wie wenig man von unserem Kontinent spricht. Er taucht doch in den Massenmedien nur auf, wenn es irgendwo eine Katastrophe gibt! Dabei gibt es soviel Gutes in Afrika – das geht da einfach unter. Ich bin jetzt seit drei Wochen hier und habe hier in den Medien nicht einmal etwas über mein Land gehört. Wenn es eine Überschwemmung gegeben hätte, dann hätten sie sicher davon gesprochen, wie das zum Beispiel im Jahr 2000 passiert ist. Damals redeten alle von der Flut – aber anschließend hat man aus Mosambik nichts mehr gehört!“ (rv)
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Papst lobt Renaissance der Bibel
Benedikt XVI. freut sich über das wachsende Interesse an der Bibel und über die vielen Bibelkreise in den Pfarreien. Das sagte er an diesem Montag bei einer Audienz zum 100. Geburtstag des Päpstlichen Bibelinstituts.

„Dank dem Zweiten Vatikanischen Konzil und seiner Dogmatischen Konstitution ,Dei Verbum´ haben die Menschen viel stärker verstanden, wie wichtig das Wort Gottes im Leben und im Auftrag der Kirche ist. Das hat in den christlichen Gemeinschaften zu einer echten geistlich-pastoralen Erneuerung geführt – vor allem, was die Predigt betrifft, die Katechese, das Theologiestudium und den ökumenischen Dialog.“

Bibelwissenschaftler sollten „die Bibel dem Leben des Volkes Gottes näherbringen“, so der Papst weiter. Die Heilige Schrift könne „in dieser säkularisierten Welt mehr sein als die Seele der Theologie, nämlich eine Quelle der Spiritualität und des Glaubens für alle, die an Christus glauben“. Benedikt nannte die historisch-kritische Methode der Bibelauslegung ausdrücklich „legitim und notwendig“, erinnerte aber auch an den „theologischen Charakter der Exegese“.

„Denn die Grundvoraussetzung für ein theologisches Verständnis der Bibel ist die Einheit der Schrift, und dieser Voraussetzung entspricht methodologisch die Analogie des Glaubens, also das Verständnis der einzelnen Texte vom Ganzen ausgehend. Das Konzil gibt auch einen weiteren Hinweis zur Methode: Das Volk Gottes, das in der Geschichte Träger der Schrift ist, ist eines, und eine einzige ist auch die Schrift. Wer sie also als Einheit liest, liest sie von der Kirche aus, ihrem Lebensort, und erkennt im Glauben der Kirche ihren wahren Interpretations-Schlüssel. Wenn die Exegese noch Theologie sein will, muss sie anerkennen, dass der Glaube der Kirche diese Form der „Sympathie“ ist, ohne den die Bibel ein Buch mit sieben Siegeln bleibt.“

Die Tradition verschließe nicht etwa den Zugang zur Schrift, sondern öffne ihn vielmehr, so der Papst. Das „entscheidende Wort bei der Interpretation der Schrift“ sei „Sache der Kirche“.

Das Päpstliche Bibelinstitut wurde im Mai 1909 vom damaligen Papst Pius X. gegründet; es ist eng mit der Päpstlichen Universität Gregoriana und dem Ostkirchlichen Institut in Rom verbunden. Wie diese wird es vom Jesuitenorden betreut. (rv)
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Israel: Mount-Zion-Award 2009 verliehen
Bei einem Festakt in der Jerusalemer Benediktiner-Kirche „Dormitio“ auf dem Zionsberg ist am Sonntagabend zum elften Mal der „Mount Zion Award“ verliehen worden. Der Friedenspreis für herausragendes Engagement im Dialog der Religionen und Kulturen im Heiligen Land ging in diesem Jahr an einen jüdischen und einen muslimischen Vertreter des interreligiösen Dialogs. Preisträger sind der Gründer des „Palästinensischen Hauses für professionelle Lösungen“, Nedal Rashed Jayousi, und der Leiter des „Jerusalemer Zentrums für Jüdisch-Christliche Beziehungen“, Daniel Rossing. Im Interview mit Radio Vatikan sagte Rossing, er fühle sich geehrt, den jeweils mit 10.000 Euro dotierten Preis gemeinsam mit einem der führenden palästinensischen Friedensaktivisten in Nahost, zu empfangen:

„Das macht es für mich gleich doppelt bedeutsam. Der Preis ist außerdem nicht so sehr als Auszeichnung für Verdienste in der Vergangenheit gedacht, sondern will die Preisträger ermutigen, ihre Versöhnungs- und Dialogarbeit in diesem Land fortzusetzen.“

Der Mount Zion Award wird seit 1987 alle zwei Jahre verliehen. Stifter des Friedenspreises ist der Essener Priester Wilhelm Salberg (1925-1996). Dieser war selbst Sohn eines jüdischen Vaters und einer christlichen Mutter. Sein Erbe vermachte er der in Luzern ansässigen Mount-Zion-Stiftung. Preisträger Rossing nannte die Auszeichnung eine große Stütze für seine weitere Friedensarbeit:

„Man kann sich schon leicht entmutigt fühlen, weil man mit seiner Arbeit im hiesigen Kontext immer gegen den Strom schwimmt. Und daher ist jede Ermutigung eine große Hilfe für die eigene Arbeit und das eigene Leben – erst recht, wenn es sich um eine solche Auszeichnung handelt.“

Eine „Kultur des Dialogs“ aufzubauen, bleibe angesichts der zahlreichen Hindernisse eine große Herausforderung, sagte auch der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, in seiner Laudatio mit Blick auf die jüngsten Unruhen um den Tempelberg. Der Weg zur Versöhnung sei noch lang. Dazu Friedensaktivist Daniel Rossing :

„Papst Benedikt hat bei seiner Heilig-Land-Reise auf einen entscheidenden Aspekt für den Versöhnungsprozess verwiesen. Ein Gedanke, den ich als besonders herausragend empfunden habe, ist der, dass Versöhnung zugleich ein Geschenk Gottes und eine heilige Pflicht für uns alle ist. Und dieser Gedanke steht auch hinter der Arbeit des Jerusalemer Zentrums für Jüdisch-Christliche Beziehungen. Wir haben die Pflicht, Versöhnung zu bewirken in einem Land, das bis heute so viel Streit und Feindschaft gesehen hat.“ (rv/kna)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Peru: Wer kritisch ist, soll nicht senden
Eine kritische Presse ist in vielen Ländern dieser Welt unerwünscht. Unter den Sendern, die nicht mehr berichten dürfen, gibt es auch zahlreiche katholische Radiostationen. Besonders in Südamerika ist die Lage für Diözesanradios schwierig. Das jüngste Beispiel kommt aus Peru Radio Horizonte musste verstummen. das Kommunikationsministerium des südamerikanischen Landes hat am vergangenen Freitag den katholischen Sender geschlossen. Mit Maschinenpistolen ist die örtliche Polizei in die Radiostation der Diözese Chachapoyas in Nordperu eingedrungen. Das berichtet uns ein ehemaliger Mitarbeiter von Radio Horizonte, Damian Raiser. (pm/rv)
Hier zum Nachlesen


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

In der Glaubenskongregation haben die theologischen Gespräche mit der schismatisch orientierten Piusbruderschaft begonnen. Der Obere der Piusbrüder, Bischof Bernard Fellay, geht nach Angaben der Nachrichtenagentur „AGI“ von „mindestens einem Jahr“ Gesprächsdauer aus; das habe man ihm im Vatikan gesagt. Fellay ist einer der vier Bischöfe, deren Exkommunikation Papst Benedikt im Frühjahr aufgehoben hat. Der Vatikan nannte die erste Gesprächsrunde in einem kurzen Statement „herzlich, respektvoll und konstruktiv“; der Dialog „über Lehr-Schwierigkeiten“ werde über die nächsten Monate fortgeführt, und zwar „vermutlich in halbmonatlichem Rhythmus“. Dieser spricht für den Willen zu einem „relativ intensiven Gang“, meinte Vatikansprecher Federico Lombardi zu Journalisten. Zur möglichen Dauer der Gespräche wollte er sich nicht äußern – er sei aber froh, dass endlich die „neue Phase“ in den Beziehungen zwischen Vatikan und Piusbrüdern beginne. Das Amtsgericht Regensburg hat derweil gegen den britischen Traditionalisten Richard Williamson Strafbefehl wegen Volksverhetzung erlassen. Das teilte ein Nürnberger Justizsprecher am Montag auf Anfrage mit. Zum Strafmaß wollte er keine Angaben machen. Der Befehl werde erst rechtskräftig, wenn die zweiwöchige Einspruchsfrist verstrichen sei. Andernfalls komme es zu einer mündlichen Verhandlung über die Vorwürfe. Ob Williamson in diesem Falle als Angeklagter vor Gericht erscheinen müsste, hätten die Richter zu entscheiden. (rv/agi/kna)

Europa

Deutschland
Das Bistum Regensburg hat erneut eine angeblich bevorstehende Berufung von Bischof Gerhard Ludwig Müller nach Rom dementiert. Der Vatikan habe keine solche Entscheidung getroffen, erklärte Bistumssprecher Clemens Neck am Montag in Regensburg. Neck reagierte damit auf anhaltende Spekulationen in den deutschen Medien, die auf einen vergangene Woche gesendeten Bericht des Bayerischen Rundfunks zurückgehen. Diese Meldungen „entbehren jeder Wirklichkeit“, so der Sprecher. Der Bayrische Rundfunk hatte unter Berufung auf ungenannte Kirchenkreise verbreitet, Müller werde Ende November zum Nachfolger von Kardinal Walter Kasper als Präsident des Päpstlichen Einheitsrates ernannt. (kna)
Theologie ist spannend. Das hat die Vorsitzende der EKD-Synode und Bundestagsvizepräsidentin, Katrin Göring Eckardt, in ihrem Bericht in Ulm an diesem Sonntag gesagt. Theologie könne Anstöße für große Lebensfragen geben, so Eckardt. Daher sollten Theologen auch außerhalb von Universität, Kirche und Fachpresse über den Glauben reden. Mission könne heute viele Formen annehmen. Das gehe vom persönlichen Gespräch bis zur Internet Community. Eckardt lobte den scheidenden Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, für seinen Einsatz für die Kirche. Nach seinem Vorbild solle sich die evangelische Kirche für Familien und Umweltschutz einsetzen. (pm)
Zum zehnjährigen Bestehen des Vereins „Donum vitae“ hat der Katholische Deutsche Frauenbund das Engagement von Christen in der Schwangerschaftskonfliktberatung gewürdigt. „Durch ihre Beratung in Konfliktsituationen, kombiniert mit sozialen, finanziellen und materiellen Hilfen, stehen sie Frauen in Not bei und ermutigen sie zu einem Leben mit dem Kind“, sagte Frauenbunds-Präsidentin Ingrid Fischbach am Montag in Köln. Der Verein habe in den vergangenen zehn Jahren Hervorragendes geleistet, so Fischbach. Neben der Beratung im Schwangerschaftskonfliktfall und allgemeiner Schwangerschaftsberatung leiste er Aufklärungsarbeit in Schulklassen und Jugendgruppen. Nach zehn Jahren sei der Verein bundesweit in mehr als 190 Orten präsent und damit einer der größten Träger von Schwangerschaftskonfliktberatung in Deutschland, so Fischbach. – „Donum vitae“ wurde 1999 von katholischen Laien gegründet, nachdem die Kirche auf päpstliche Weisung hin aus dem staatlichen System der Schwangerenkonfliktberatung ausgestiegen war. Der Verein will abtreibungswillige Frauen für ein Leben mit Kind gewinnen, auch unter der Bedingung, den für einen straffreien Abbruch nötigen Beratungsschein auszustellen. Diesen Weg lehnte Papst Johannes Paul II. (1978-2005) ab, weil er das Zeugnis der Kirche für den Lebensschutz verdunkele. (kna)

Schweiz
Die reformorientierte schweizerische Jesuitenzeitschrift „Orientierung“ wird mit Ende des Jahres eingestellt. Dem Orden fehle es an journalistischem Nachwuchs, hieß es am Montag bei der Zürcher Jesuiten-Kommunität. „Orientierung“ sah sich als eine „Plattform für junge Theologen, Intellektuelle und fortschrittlichere Geister“. In Zukunft wird die Zeitschrift eventuell in Form eines elektronischen Archivs weiterbestehen. Seit 1937 erschien „Orientierung“ halbmonatlich mit Hintergrundartikeln zu theologischen, philosophischen, politischen und literarischen Brennpunkten. (kipa)
Der chilenische Pfarrer Martin Junge ist an diesem Montag zum neuen Generalsekretär des Lutherischen Weltbunds gewählt worden. Erstmals stammt damit ein Generalsekretär aus Lateinamerika. Der 48-jährige Theologe übernimmt das Amt von Ishmael Noko. Den neuen Chef des Lutherischen Weltbundes erwarten bereits einige Aufgaben. So mache die Wirtschaftskrise dem Weltbund sehr zu schaffen. Die Unterstützung bedürftiger Mitglieder und das Überleben der Organisation selbst wären gefährdet. Noko hat dies in seinem letzten Bericht beklagt. (pm)

Italien
Außenminister Franco
Frattini ist gegen die baldige Einführung eines islamischen Religionsunterrichts an den Schulen. Im Interview mit der Tageszeitung „La Stampa“ meinte er, zunächst einmal müsse sich der Staat mit den Moslems in Italien über das Thema verständigen. Dazu müsse sich zunächst ein anerkannter nationaler Islam-Verband konstituieren, so Frattini. Integration habe etwas mit „Legalität“ zu tun und dürfe „nicht von unserer Identität und Geschichte absehen“, so der Minister, der zur Mitte-Rechts-Partei von Ministerpräsident Silvio Berlusconi gehört. (agi)

Afrika

Sudan
Caritas International, das Hilfswerk der deutschen Caritas, ist tief besorgt über die Entwicklung im Süden des Sudan. Durch eine seit zwei Jahren anhaltende Dürre und wachsende Gewalt in der Region sind 1,5 Millionen Menschen von Hunger und Tod bedroht. Um 35.000 Menschen in besonders schwer erreichbaren Gebieten der Region schnell mit Nahrungsmitteln versorgen zu können, bemühen sich Caritasverbände weltweit, mit einem Nothilfeappell 2,3 Millionen Euro zu sammeln. Nach Einschätzung von Caritas international steht die Region fünf Jahre nach Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen Nordsudan und Südsudan am Scheideweg. Zum einen verschärfen sich angesichts ausbleibender Ernten latente Konflikte um Wasser, Vieh und Weidegründe. Zum anderen terrorisieren seit Anfang des Jahres marodierende Banden der Gruppe „LRA“ die Bevölkerung. Zuletzt hatten LRA-Rebellen, die ursprünglich aus Uganda stammen, am Samstag in einem Flüchtlingscamp für Vertriebene aus dem Darfur in der Region Bahr El-Ghazal fünf Menschen getötet. Da der Staat die Bevölkerung nur unzureichend vor Übergriffen schützt, gründen immer mehr Clans und Dörfer lokale Milizen. Schon jetzt ist die Gewalt im Südsudan schlimmer als in der benachbarten Krisenregion Darfur. Der Südsudan ist eine der ärmsten Regionen der Welt. 16 Prozent der Bevölkerung sind chronisch unterernährt. Die Kindersterblichkeit liegt zwischen 30 und 40 Prozent. 90 Prozent der Bevölkerung steht weniger als ein Euro pro Tag zu Verfügung. Die deutsche Caritas arbeitet seit über 30 Jahren im Südsudan. (pm)

Amerika

Kuba
Die Kirche fordert Präsident Raul Castro auf, mehr individuelle Freiheiten für die Bürger zuzulassen. „Alle aufgestaute Energie und alle eingeschränkten Talente“ müssten befreit werden, damit das Land das individuelle Potenzial seiner Bewohner nutzen könne. Das schreibt die Kirchenzeitung des Erzbistums Havanna in ihrer aktuellen Ausgabe. (kna)


Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören


Buchbesprechung:

Titel: Inspirierte Freiheit. 800 Jahre Franziskus und seine Bewegung
Autoren: Nikolaus Kuster, Thomas Dienberg, Marianne Jungbluth
Verlag: Herder 2009
Preis: 19,95 Euro
Rezensentin: Iulia Stegmüller

Franz von Assisi gilt als Tierfreund und Naturschützer, Verfechter der Armen und Meister der Demut. Aber wer war er wirklich und was hat es mit seiner Bewegung auf sich? Genau das behandelt dieses Buch. Das Leben des Heiligen Franziskus begeistert Menschen noch heute – 800 Jahre nach der Anerkennung seiner Ordensregel durch Papst Innozenz III. Zum 800. Jubiläum beleuchten nun 60 Autorinnen und Autoren aus der franziskanischen Bewegung Geschichte und Gegenwart seines Lebensentwurfs. Jedes Kapitel des Sammelbands ist mit ausdrucksvollen Beispielen aus Literatur und Kunst veranschaulicht. Der Sonnengesang ist darin zu finden und auf einer Buchseite sind sogar die Kutten von Franziskanern, Minoriten und Kapuzinern abgebildet. So vielfältig wie die Ordensgemeinschaften sind, die auf Franz von Assisi zurückgehen, so abwechslungsreich ist auch dieses Buch. Den Nöten jeder Epoche antwortet die franziskanische Bewegung mit sozialen Initiativen. Dies ist ein roter Faden in dem Band. So wie Franziskus sich der Mittellosen angenommen hat, machen seine Nachfolger heute Obdachlosenarbeit in Berlin und die Organisation Franciscus International setzt sich bei der UNO für ethische Werte ein. Über 800 Jahre hinweg hat die franziskanische Bewegung herausragende Persönlichkeiten hervorgebracht. Sie alle verbindet Naturnähe und Weltendrang. Das Buch macht das Charisma des Franz von Assisi bis ins Detail spürbar.

 






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