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![]() Meldungen vom 26.10.2009 - Papst: „Nur Kirche kann Bibel interpretieren“ -- Vatikan: Theol. Gespräche mit Piusbrüdern starten - - Großbritannien: Anglikanischer Bischof will katholisch werden - Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ / Stefan von Kempis Redaktion: Stefan v. Kempis Redaktionsschluss 16.00 Uhr Die folgenden Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr. AUS DER REDAKTION: Verehrte Freundinnen und Freunde unseres Newsletters, THEMEN DES TAGES:Großbritannien: Anglikanischer Bischof will katholisch werden Er sei froh, dass es nun „für die Katholiken in der Church of England“ endlich die Möglichkeit gebe, zwischen Bleiben oder Gehen zu wählen, so der anglikanische Bischof. Die konservative anglikanische Gruppierung „Forward in Faith“ geht davon aus, dass insgesamt etwa ein Dutzend Bischöfe darüber nachdenkt, katholisch zu werden. Bischof John Broadhurst von Fulham, der Leiter der Gruppe, erklärte am Wochenende wörtlich: „Das anglikanische Experiment ist vorbei.“ Papst Benedikt hatte letzte Woche Schritte angekündigt, um traditionellen Anglikanern den Weg in die katholische Kirche zu erleichtern. Sie sollen dort eine gesonderte kirchliche Struktur bekommen, in der auch verheiratete anglikanische Priester weiter ihr Amt ausüben können. Die Bischofsweihe bliebe den verheirateten Priestern allerdings versperrt. Hintergrund der Vatikan-Maßnahme, deren Details noch nicht bekannt sind, ist der tiefe Riss, der zurzeit durch die anglikanische Weltkirche geht. Auf der einen Seite stehen da Reformer, die auch Frauen und Homosexuelle zur Priester- und Bischofsweihe zulassen; auf der anderen Seite traditionelle Anglikaner, die vor einem Schisma innerhalb ihrer Gemeinschaft warnen. Viele dieser traditionellen Anglikaner leben in den Entwicklungs- oder Schwellenländern; ihre Bischöfe haben sich zu einer Gruppe namens „Global South“ zusammengeschlossen, die nach eigenen Angaben fast die Hälfte aller Anglikaner weltweit repräsentiert. Leiter der Gruppe: Erzbischof Peter Akinola aus Nigeria. Die „Global South“-Gruppe erklärte am Wochenende, traditionelle Anglikaner sollten jetzt nicht ihre Kirche verlassen, sondern sie von innen her von der Liberalisierung abbringen. - Papst Benedikt will nach britischen Presseberichten nächstes Jahr Großbritannien besuchen. Der Anlass könnte die Seligsprechung von Kardinal John Henry Newman sein - eines Anglikaners, der zum Katholizismus übergetreten war. (reuters/pm) Naher Osten: Wo ist der Friedensprozess geblieben? „In 60 Jahren hat die UNO nicht weniger als 760 Resolutionen zur israelisch-palästinensischen Frage verabschiedet – und nicht eine einzige davon ist umgesetzt worden. Friedenspläne gibt es ja eigentlich genug: die Vereinbarungen von Oslo, die von Camp David, die Road Map, die Arbeit des Nahost-Quartetts usw. – aber die Krise in den israelisch-palästinensischen Beziehungen ist leider längst chronisch geworden. Zu lösen ist sie erst, wenn die Betreffenden und vor allem die mit ihnen verbündeten Länder, auf der einen wie auf der anderen Seite, wirklich einmal den politischen Willen aufbringen: Erst dann kann die UNO vielleicht auch mal einen Friedensplan auf die Beine stellen, der auch funktioniert!“ Ja, die UNO… Erzbischof Migliore, der das Treiben im UNO-Hauptquartier am „East River“ aus der Nähe erlebt, ist aufgebracht über die „unerträgliche Verspätung“, mit der die Völkerorganisation oft wichtige Themen angeht. „Nehmen wir den Fall der Finanzkrise: Es ist ja klar, dass man nicht 192 Länder bitten kann, sich an einen Tisch zu setzen, um sich neue Normen und Mechanismen für Kontrolle und Aktion auszudenken; dafür sind eher spezialisierte Institute und regionale Verbände da, die schneller entscheiden können. Aber da muss die UNO doch Vorschläge in die Wagschale werfen, damit auch Länder gehört werden, die vielleicht weniger politisches, demographisches und wirtschaftliches Gewicht haben!“ (rv) Nach der Synode: „Nichts gehört aus Mosambik...“ „Wir haben ja in Afrika so viele Probleme und Kriege – da hatten sich einige gefragt, was die Synode uns bringen könnte, um aus dieser Lage herauszufinden. Ich glaube, ein paar wichtige Hinweise konnte sie uns dann aber geben: Wer Frieden will, muss erst etwas für die Gerechtigkeit tun – und wenn die Regierung nicht demokratisch ist und die Menschenrechte nicht achtet, kann man nicht von Frieden oder Versöhnung sprechen. Das Problem in Burundi ist die Teilung der Macht: Wer sie einmal hat, will sie nicht wieder hergeben, weil er sonst auch allen Zugang zu Reichtümern aus der Hand gibt.“ Mit einiger Verärgerung stellen manche (gewesene) Synodenväter fest, dass ihre Versammlung in den großen Medien da draußen kaum vorgekommen ist. Erzbischof Francisco Chimoio von Maputo in Mosambik: „Ich sehe mit einer gewissen Bitterkeit, wie wenig man von unserem Kontinent spricht. Er taucht doch in den Massenmedien nur auf, wenn es irgendwo eine Katastrophe gibt! Dabei gibt es soviel Gutes in Afrika – das geht da einfach unter. Ich bin jetzt seit drei Wochen hier und habe hier in den Medien nicht einmal etwas über mein Land gehört. Wenn es eine Überschwemmung gegeben hätte, dann hätten sie sicher davon gesprochen, wie das zum Beispiel im Jahr 2000 passiert ist. Damals redeten alle von der Flut – aber anschließend hat man aus Mosambik nichts mehr gehört!“ (rv) Papst lobt Renaissance der Bibel „Dank dem Zweiten Vatikanischen Konzil und seiner Dogmatischen Konstitution ,Dei Verbum´ haben die Menschen viel stärker verstanden, wie wichtig das Wort Gottes im Leben und im Auftrag der Kirche ist. Das hat in den christlichen Gemeinschaften zu einer echten geistlich-pastoralen Erneuerung geführt – vor allem, was die Predigt betrifft, die Katechese, das Theologiestudium und den ökumenischen Dialog.“ Bibelwissenschaftler sollten „die Bibel dem Leben des Volkes Gottes näherbringen“, so der Papst weiter. Die Heilige Schrift könne „in dieser säkularisierten Welt mehr sein als die Seele der Theologie, nämlich eine Quelle der Spiritualität und des Glaubens für alle, die an Christus glauben“. Benedikt nannte die historisch-kritische Methode der Bibelauslegung ausdrücklich „legitim und notwendig“, erinnerte aber auch an den „theologischen Charakter der Exegese“. „Denn die Grundvoraussetzung für ein theologisches Verständnis der Bibel ist die Einheit der Schrift, und dieser Voraussetzung entspricht methodologisch die Analogie des Glaubens, also das Verständnis der einzelnen Texte vom Ganzen ausgehend. Das Konzil gibt auch einen weiteren Hinweis zur Methode: Das Volk Gottes, das in der Geschichte Träger der Schrift ist, ist eines, und eine einzige ist auch die Schrift. Wer sie also als Einheit liest, liest sie von der Kirche aus, ihrem Lebensort, und erkennt im Glauben der Kirche ihren wahren Interpretations-Schlüssel. Wenn die Exegese noch Theologie sein will, muss sie anerkennen, dass der Glaube der Kirche diese Form der „Sympathie“ ist, ohne den die Bibel ein Buch mit sieben Siegeln bleibt.“ Die Tradition verschließe nicht etwa den Zugang zur Schrift, sondern öffne ihn vielmehr, so der Papst. Das „entscheidende Wort bei der Interpretation der Schrift“ sei „Sache der Kirche“. Das Päpstliche Bibelinstitut wurde im Mai 1909 vom damaligen Papst Pius X. gegründet; es ist eng mit der Päpstlichen Universität Gregoriana und dem Ostkirchlichen Institut in Rom verbunden. Wie diese wird es vom Jesuitenorden betreut. (rv) Israel: Mount-Zion-Award 2009 verliehen „Das macht es für mich gleich doppelt bedeutsam. Der Preis ist außerdem nicht so sehr als Auszeichnung für Verdienste in der Vergangenheit gedacht, sondern will die Preisträger ermutigen, ihre Versöhnungs- und Dialogarbeit in diesem Land fortzusetzen.“ Der Mount Zion Award wird seit 1987 alle zwei Jahre verliehen. Stifter des Friedenspreises ist der Essener Priester Wilhelm Salberg (1925-1996). Dieser war selbst Sohn eines jüdischen Vaters und einer christlichen Mutter. Sein Erbe vermachte er der in Luzern ansässigen Mount-Zion-Stiftung. Preisträger Rossing nannte die Auszeichnung eine große Stütze für seine weitere Friedensarbeit: „Man kann sich schon leicht entmutigt fühlen, weil man mit seiner Arbeit im hiesigen Kontext immer gegen den Strom schwimmt. Und daher ist jede Ermutigung eine große Hilfe für die eigene Arbeit und das eigene Leben – erst recht, wenn es sich um eine solche Auszeichnung handelt.“ Eine „Kultur des Dialogs“ aufzubauen, bleibe angesichts der zahlreichen Hindernisse eine große Herausforderung, sagte auch der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, in seiner Laudatio mit Blick auf die jüngsten Unruhen um den Tempelberg. Der Weg zur Versöhnung sei noch lang. Dazu Friedensaktivist Daniel Rossing : „Papst Benedikt hat bei seiner Heilig-Land-Reise auf einen entscheidenden Aspekt für den Versöhnungsprozess verwiesen. Ein Gedanke, den ich als besonders herausragend empfunden habe, ist der, dass Versöhnung zugleich ein Geschenk Gottes und eine heilige Pflicht für uns alle ist. Und dieser Gedanke steht auch hinter der Arbeit des Jerusalemer Zentrums für Jüdisch-Christliche Beziehungen. Wir haben die Pflicht, Versöhnung zu bewirken in einem Land, das bis heute so viel Streit und Feindschaft gesehen hat.“ (rv/kna) AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:Peru: Wer kritisch ist, soll nicht senden DIE NACHRICHTEN:VatikanIn der Glaubenskongregation haben die theologischen Gespräche mit der schismatisch orientierten Piusbruderschaft begonnen. Der Obere der Piusbrüder, Bischof Bernard Fellay, geht nach Angaben der Nachrichtenagentur „AGI“ von „mindestens einem Jahr“ Gesprächsdauer aus; das habe man ihm im Vatikan gesagt. Fellay ist einer der vier Bischöfe, deren Exkommunikation Papst Benedikt im Frühjahr aufgehoben hat. Der Vatikan nannte die erste Gesprächsrunde in einem kurzen Statement „herzlich, respektvoll und konstruktiv“; der Dialog „über Lehr-Schwierigkeiten“ werde über die nächsten Monate fortgeführt, und zwar „vermutlich in halbmonatlichem Rhythmus“. Dieser spricht für den Willen zu einem „relativ intensiven Gang“, meinte Vatikansprecher Federico Lombardi zu Journalisten. Zur möglichen Dauer der Gespräche wollte er sich nicht äußern – er sei aber froh, dass endlich die „neue Phase“ in den Beziehungen zwischen Vatikan und Piusbrüdern beginne. Das Amtsgericht Regensburg hat derweil gegen den britischen Traditionalisten Richard Williamson Strafbefehl wegen Volksverhetzung erlassen. Das teilte ein Nürnberger Justizsprecher am Montag auf Anfrage mit. Zum Strafmaß wollte er keine Angaben machen. Der Befehl werde erst rechtskräftig, wenn die zweiwöchige Einspruchsfrist verstrichen sei. Andernfalls komme es zu einer mündlichen Verhandlung über die Vorwürfe. Ob Williamson in diesem Falle als Angeklagter vor Gericht erscheinen müsste, hätten die Richter zu entscheiden. (rv/agi/kna) EuropaDeutschland Schweiz Italien Afrika Sudan AmerikaKuba Die obigen Texte basieren auf unserer Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche” täglich um 16 Uhr. Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, ADN-Kronos, Upi, Cns, Uca, Misna, Osservatore Romano – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören Titel: Inspirierte Freiheit. 800 Jahre Franziskus und seine Bewegung Franz von Assisi gilt als Tierfreund und Naturschützer, Verfechter der Armen und Meister der Demut. Aber wer war er wirklich und was hat es mit seiner Bewegung auf sich? Genau das behandelt dieses Buch. Das Leben des Heiligen Franziskus begeistert Menschen noch heute – 800 Jahre nach der Anerkennung seiner Ordensregel durch Papst Innozenz III. Zum 800. Jubiläum beleuchten nun 60 Autorinnen und Autoren aus der franziskanischen Bewegung Geschichte und Gegenwart seines Lebensentwurfs. Jedes Kapitel des Sammelbands ist mit ausdrucksvollen Beispielen aus Literatur und Kunst veranschaulicht. Der Sonnengesang ist darin zu finden und auf einer Buchseite sind sogar die Kutten von Franziskanern, Minoriten und Kapuzinern abgebildet. So vielfältig wie die Ordensgemeinschaften sind, die auf Franz von Assisi zurückgehen, so abwechslungsreich ist auch dieses Buch. Den Nöten jeder Epoche antwortet die franziskanische Bewegung mit sozialen Initiativen. Dies ist ein roter Faden in dem Band. So wie Franziskus sich der Mittellosen angenommen hat, machen seine Nachfolger heute Obdachlosenarbeit in Berlin und die Organisation Franciscus International setzt sich bei der UNO für ethische Werte ein. Über 800 Jahre hinweg hat die franziskanische Bewegung herausragende Persönlichkeiten hervorgebracht. Sie alle verbindet Naturnähe und Weltendrang. Das Buch macht das Charisma des Franz von Assisi bis ins Detail spürbar.
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