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Meldungen vom 19.6.2010

- Polen: Bischof Paetz nicht rehabilitiert -
- Haiti: Das Drama der verkauften Kinder -
- D: „Kirche erreicht die Menschen nicht“ -

Hier unser Podcast-/ RSS-Service


Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Kristina Kiauka
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr.

THEMEN DES TAGES:

Polen: Keine Rehabilitierung für Bischof Paetz
Es herrscht Verwirrung in Polen um die angebliche Rehabilitierung eines Bischofs. Juliusz Paetz war 2002 als Bischof von Poznan abgelöst worden, weil gegen ihn Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs vorgebracht wurden. Papst Johannes Paul II. nannte bei der Absetzung von Paetz keine Gründe. Paetz wurde aber nicht nur als Bischof abgesetzt, sondern darf auch keine öffentlichen Messen oder andere Sakramente mehr feiern. Mehrere polnische Medien meldeten an diesem Freitag unter Berufung auf  anonyme Kirchenkreise, die vatikanische Bischofskongregation habe gegen den früheren Erzbischof verhängte Verbote priesterlichen Wirkens nun aufgehoben.
Auf Nachfrage stellte der Pressesprecher des Vatikans, Jesuitenpater Federico Lombardi, nun uns gegenüber klar, dass es unbegründet sei, im Fall von Bischof Juliusz Paetz von ‚Rehabilitierung’ zu sprechen. Es sei ausschließlich um das Feiern von Messen durch den ehemaligen Erzbischof gegangen, und für diese gelte es nach wie vor, dass er zuvor das Einverständnis des zuständigen Bischofs einholen muss. Die Einschränkungen, die Paetz 2002 auferlegt wurden, gelten also unverändert. (rv/diverse)

Haiti: Illegale Kinderadoptionen
Vor sechs Monaten wurde der Karibikstaat Haiti von einem Erdbeben schwer verwüstet, noch immer ist die Insel zerstört und die humanitäre Lage katastrophal. Der Weltkirchenrat zeigt sich tief besorgt über die Situation und hat die internationale Gemeinschaft dazu aufgefordert, die Kooperation mit Haiti zu verstärken. Eines der vielen ungelösten Probleme ist das Geschäft mit Kindern, die illegal zur Adoption freigegeben werden. Paolo Ferrara ist der Kinderschutzbeauftragte bei „Terre des Hommes“. Er sagt uns, dass bereits vor dem Erdbeben etwa 300.000 Kinder auf Haiti als eine Art Sklaven in reicheren Haushalten lebten. Seit dem Erdbeben ist es noch schwieriger, die Kinder zu schützen:

„Es haben sich eine Reihe informeller Camps gebildeten, auf die internationale Hilfsorganisationen keinerlei Zugriff hatten. Oftmals gaben sich auch die Personen, die auf ein Kind aufpassten, als dessen Eltern aus – aus Angst, die Personen, die sich um eine Zählung der Kinder kümmerten, hätten keine guten Absichten.“

Das größte Problem Haitis sei die Hoffnungslosigkeit, die viele Eltern zu verzweifelten Maßnahmen verleitet:

„Oftmals „verkaufen“ Eltern ihre Kinder auf dem Adoptionsmarkt in der Hoffnung, dass sie in einer anderen Familie eine bessere Zukunft haben. Sie wissen jedoch nicht, dass ihre Kinder so auf dem internationalen Markt der Pädophilie oder des Organhandels enden können.“ (rv)
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D: Kirche erreicht die Menschen nicht
Die Deutsche Bischofskonferenz hat in dieser Woche eine neue Studie vorgestellt, die sie vom Institut für Demoskopie Allensbach und vom Institut Sinus Sociovision hat erstellen lassen. Welche ästhetisch und duch Zugang zu Bildung geprägten Milieus verhalten sich wie? Wir haben Georg Frericks gefragt. Er ist Unternehmensberater für katholische Medienunternehmen bei der Medien Dienstleistungsgesellschaft der Deutschen Bischofskonferenz, Auftraggeber für den jetzt vorgestellten Trendmonitor religiöse Kommunikation. 2009 war der Befragungszeitraum für die Studie; befragt wurden nur Katholiken. Es sollte nach den ersten Studien 1999 und 2002 ein Bild gewonnen werden, wohin sich Kirchlichkeit und Bindung in der deutschen katholischen Kirche entwickelt. Überraschend war vor allem,

„...dass die Kirche eigentlich die sogenannte bürgerliche Mitte, also den Mainstream in Deutschland, nicht so gut erreicht, wie wir erhofft hätten. Denn in einer Untersuchung, die wir auf Grundlage der Sinus-Milieus vor fünf Jahren durchgeführt haben, bezeichnete diese bürgerliche Mitte die Kirche noch als Teil ihrer familiären Nahwelt. Irgenwie hat man als Kirche vielleicht noch das Gefühl, dieses Milieu zu erreichen, und nach den Ergebnissen des MDG Trendmonitors muss man jetzt sagen, dass das sicherlich unzureichend der Fall ist.“

Was können wir tun? Viel Hoffnung wird hier auf das Internet und auf neue Medien gesetzt - kaum ein Bistum, das in dieser Hinsicht nicht eine Initiative hat:

„Das war noch ein wichtiger Aspekt des Trendmonitors, dass die Ursprungsfrage, oder eine der Ursprungsfragen, die wir uns gestellt haben, als der Trendmonitor ins Leben gerufen wurde, lautete: Kann mediale Kommunikation Lücken schließen, die vielleicht in der personalen Kommunikation in der Kirche existieren? Und da muss man ganz klar sagen: Diese Lücken existieren genau so wie vor zehn, wie vor zwanzig Jahren. Die mediale Kommunikation bildet keine Brücke zu Menschen, die die Kirche auf anderem Weg nicht erreicht.“ (rv)
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Österreich: Erstmals Bischofskonferenz gemeinsam mit Slowenen
Während die deutschen Bischöfe ihre Vollversammlung traditionell im Frühjahr und Herbst abhalten, haben die österreichischen Kollegen die warmen Sommertage für ihr Treffen gewählt. Am kommenden Montag beginnt in Mariazell ihr Bischofstreffen. Erstmals halten die österreichischen Bischöfe ihre Vollversammlung gemeinsam mit ihren Kollegen aus Slowenien ab. Ein besonderes Ereignis, meint der Sprecher der österreichischen Bischofskonferenz Paul Wuthe:

„Hier geht es vor allem um ein Kennenlernen, um das Verbessern der Zusammenarbeit, um einen Erfahrungsaustausch vor allem um jene Fragen, die beide Bischofskonferenzen betreffen. Das sind oft Fragen im Zusammenhang mit dem Verhältnis Staat-Kirche.“

Als Beispiele nennt der Sprecher der österreichischen Bischofskonferenz da das Schulwesen und allem voran den Religionsunterricht. (rv)

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Österreich: Alte Menschen sind in ihrer Sinnsuche allein
Demografischer Wandel mal anders: Wenn es sonst um den wachsenden Anteil alter Menschen am Bevölkerungsdurchschnitt geht, stehen in der Regel Themen wie Rente oder Pflegeangebote auf dem Programm – bei „Alter und Altwerden aus Sicht der Religionen“, einem Kongress an der Universität in Wien, wurde da aber der mahnende Zeigefinger geschwungen. Der demografische Wandel führe auch dazu, dass es immer mehr gesunde und hochmotivierte alte Menschen gebe. Kirche müsse sich nicht nur als Lobby zur sozialen Absicherung verstehen, sondern insbesondere auch auf spirituelle Fragen dieser Altersschicht Antworten bieten. Der Wiener Religionswissenschaftler Professor Johann Figl ist Organisator der Tagung, die an diesem Samstag zu Ende geht, und zugleich Präsident der österreichischen Gesellschaft für Religionswissenschaft:

„Die spezifische Antwort des Christentums ist eigentlich, dass man in jedem Alter in unmittelbarer Nähe zu Gott ist, und das hohe Alter ist erst in der Moderne, erst in den letzten 30-40 Jahren ein besonderes Thema geworden. Die Aufgabe der Pastoral wäre, hier auch eine Antwort zu geben, dass alte Menschen, durch ihre größere Verfügbarkeit, durch ihre größere Freizeit auch eine größere Offenheit haben, religiös angesprochen werden - insofern ist das eine größere Herausforderung, auf die die Kirche in der Gegenwart antworten müsste.“

Die Nähe zu Gott sei zwei in jedem Alter gegeben, aber die Beziehung zu Gott bleibe über die Lebensstationen hinweg nicht gleich.  (rv)
Hier hören und lesen Sie unseren ganzen Beitrag

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DER SONNTAG:

Das Sonntagsevangelium
Die Leidensankündigung: Jesus, der „Messias Gottes“, geht seinen Weg nicht so, wie die Menschen es erwarten, sondern so, wie Gott es ihm bestimmt hat. Es ist der Leidensweg, und diesen Weg muss auch der Jünger Jesu gehen, und zwar „täglich“. Das hat Jesus „zu allen“ gesagt.
Aus dem Lukasevangelium,  9:18-24

Die Betrachtung zum Sonntag
Von Ludwig Waldmüller, Präses des BDKJ im Bistum Augsburg

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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM

Im Interview: Notker Wolf, Abtprimas der Benediktiner
Notker Wolf, 1940 im Allgäu geboren, ist Abtprimas des Benediktinerordens und residiert in dem auf dem römischen Aventin-Hügel gelegenen Kloster Sant’Anselmo. Im Jahre 2000 haben ihn die Äbte aus aller Welt zu ihrem ranghöchsten Mitbruder gewählt. Dem Benediktinerorden unterstehen heute weltweit rund 1000 Klöster unter dem Wahlspruch ‚ora et labora’. Notker Wolf korrespondiert in 13 Sprachen, sieben davon spricht er fließend. Er studierte Philosophie, Theologie, Zoologie, anorganische Chemie und Geschichte der Astronomie in Rom und München, unterrichtete an der Päpstlichen Hochschule in Rom Philosophie und Wissenschaftstheorie. Zu seinem 70. Geburtstag hat Aldo Parmeggiani ein Interview mit ihm geführt. Das Gespräch wird am Sonntag, 20. Juni, abends in Radio Vatikan ausgestrahlt – mit Wiederholung am folgenden Morgen um 6.20 Uhr. (rv)
Hier zum Nachlesen


DIE BUCHBESPRECHUNG

Markus Reiter: Dumm 3.0
Eine Analyse der Medienrevolution: Reiter sieht eine neue Verdummung. Das tut er aber nicht aus allgemeinem Kulturpessimismus heraus, sondern auf Grund sorgfältiger Analysen. Er sieht, dass die bisherigen Qualitätsmedien, also Zeitungen oder Dinge, die Arbeit und deswegen Geld kosten, verschwinden werden. Zu viele Menschen sind einfach daran gewöhnt, dass sie sich holen können, wann immer und was immer ihnen gefällt. Kostenlos, einfach downloaden. Das wird aber immer mehr von schlichter PR, von Marketing oder Massenware bestimmt werden. Und Wahrheit und Lüge, Müll und Qualität im Netz werden immer schwieriger zu unterscheiden sein. Der rüpelhafte Ton der Blogs, die persönlichen Angriffe, die als Information verpackte Meinungsmache und der Konsum samt seiner Dauerwerbung wird die Oberhand gewinnen. Sein Gegenmittel: Bildung, Bildung, Bildung. Wer sich zufrieden gibt mit dem Datenwust im Netz, der wird letztlich eingestuft werden unter „dumm 3.0“.
Die Empfehlung zum Hören, Lesen und mehr Infos finden Sie hier


DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Benedikt XVI. hat den Familien der Unwetteropfer im Südosten Frankreichs sein tiefes Beileid bekundet. Er schließe die Verstorbenen in seine Gebete ein und hoffe, dass sich die Betroffenen gegenseitig beistünden, heißt es in einer Bekanntmachung des Vatikans von diesem Samstag. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag waren in der Region um Nizza nach starken Regenfällen und Überschwemmungen mehr als zwei Dutzend Menschen gestorben; es war das schwerste Unwetter in der Region seit mehreren Jahrzehnten. (rv)

Fast zwei Monate nach der Explosion auf einer Erdölplattform im Golf von Mexiko sind die Folgen des Unglücks nicht abschätzbar. Das hat Vatikansprecher Federico Lombardi am Samstag in Radio Vatikan betont. Das Ausmaß sei zwar kaum berechenbar, aber mit Sicherheit enorm und werde sich weiter ausbreiten, mahnte der Jesuit. Die Machtlosigkeit gegenüber der Katastrophe mache sprachlos. Selbst einer der größten Multikonzerne in der Ölbranche und eines der mächtigsten Länder dieser Erde hätten bisher keine Lösung gefunden, um das fatale Ölleck zu schließen. Das Unglück habe etwas Unwirkliches, dabei sei es eine Tatsache, gibt Lombardi zu bedenken. Spätestens jetzt nach diesem Vorfall sollte die Menschheit den Ressourcen der Erde mehr Aufmerksamkeit schenken. Das Unglück sei eine Lektion der Demut, so Lombardi. (rv)

Europa

Deutschland
Die lutherische Bischöfin Ilse Junkermann will nicht an der Bundesversammlung teilnehmen. Die Magdeburger Bischöfin war von der SPD nominiert worden, widerrief aber nun ihre Bereitschaft. Dies tat sie unmittelbar bevor der Landtag von Sachen-Anhalt die Delegierten für die Bundesversammlung wählte. Die Junkermann reagierte damit auf Kritik des FDP-Politikers Jens Ackermann. Der engagierte Protestant warf Junkermann vor, sie vermische Kirche und Parteipolitik. (faz)

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, ruft zu einem sorgsamen und verantwortlichen Umgang mit der Umwelt auf. Anlässlich des Weltfriedenstages  sagte er bei einem Vortrag in Berlin, die ganze Welt sei dazu aufgerufen, „mit den Gütern der Erde sparsamer und vorsichtiger umzugehen.“ Gerade die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeige, dass „der Mensch leichtfertig auf seine eigenen Kräfte vertraut und Risiken eingeht, denen er nicht gewachsen ist“, so der Erzbischof wörtlich. - Der Weltfriedenstag stand unter dem von Papst Benedikt XVI. ausgegebenen Motto „Wenn du den Frieden willst, bewahre die Schöpfung“. Gott habe dem Menschen die Herrschaft über seine Schöpfung übertragen, so der Nuntius wörtlich; der Mensch müsse den Plan des Schöpfers mit Kreativität, Forschergeist und Vernunft pflegen. Statt Egoismus und Konsumdenken sollten solidarisches Denken und Handeln beim Umgang mit der Schöpfung im Vordergrund stehen, so Périsset weiter. (kipa)

Schweiz
Der Reformierte Weltbund und der Reformierte Kirchenrat schließen sich zur „Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen“ zusammen. Der neue Bund wird seinen Sitz im Ökumenischen Zentrum in Genf haben. Insgesamt zählt die neue Weltgemeinschaft rund 80 Millionen reformierte Christen in über 200 Kirchen bzw. Gruppen. Gegründet wurde der Zusammenschluss am Freitag im US-amerikanischen Grand Rapids. (nzz)

Katholische Einrichtungen sind nicht nur Partner, sondern können manchmal auch Konkurrenten sein. Deshalb hat der Schweizerische Katholische Missionsrat auf seiner Frühjahrssitzung eine „Erklärung zur Spendenregelung“ verabschiedet. Die Erklärung will die betreffenden katholischen Werke und Ordensgemeinschaften zu gegenseitigem Respekt bei ihren Kampagnen bringen. Die Pfarreien werden daran erinnert, dass Kollekten und Sammlungen, die sie im Rahmen von Aktionen des jeweiligen Werkes oder der jeweiligen Ordensgemeinschaft durchführen, in vollem Umfang den Initianten und ihren Aktionen gehören. (kipa)

Serbien
Belgrad hat am Donnerstag einen interreligiösen Rat gegründet. Der Rat ist an das serbische Religionsministerium angegliedert. Zu den Mitgliedern des Rates zählen jeweils ein Vertreter der serbisch-orthodoxen Kirche, der römisch-katholischen Kirche sowie ein Vorsteher der islamischen Gemeinde und ein Rabbiner der jüdischen Gemeinde. Künftig sollen auch Vertreter dreier protestantischer Kirchen teilnehmen. Der Rat soll sich mit der Bedeutung der Religionsfreiheit und der „religiösen Kultur“ im europäischen Kontext befassen. (pm)

Litauen
Die Katholiken in Litauen bekommen einen neuen Erzbischof. Das hat der Vatikan an diesem Samstag bekanntgegeben. Zbignev Stankevics wird der neue Erzbischof von Riga. Er war zuvor geistlicher Begleiter von Seminaristen und Direktor eines religionswissenschaftlichen Instituts in Riga. Der Vatikan nahm gleichzeitig das Rücktrittsgesuch des bisherigen Erzbischofs, Kardinal Janis Pujats (79), an. (rv)

Afrika

Republik Südafrika
Parallel zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika hat die katholische Kirche Südafrikas eine Reihe von Initiativen zur geistlichen Begleitung der Fans aus aller Welt gestartet. Wie die Nachrichtenagentur fides meldet, richtet die Bischofskonferenz einen alternativen „Peace-Cup“ aus und stellt den Fans ein Handbuch mit Gebeten zur Verfügung. Auch die einzelnen Pfarreien in Südafrika haben verschiedene Projekte begonnen; Ziel dabei ist stets die Begegnung zwischen den Fans aus aller Welt und die Debatte über die Probleme Südafrikas. Der Koordinator der Programme, Pfarrer Francois Dufour, beklagt allerdings, dass die FIFA offenbar kein Interesse an einer Zusammenarbeit habe. (fides)

Sudan
Das Referendum über die Unabhängigkeit des Südsudans soll unbedingt im Januar 2011 durchgeführt werden. Das verlangt der Vorsitzende der sudanesischen Bischofskonferenz, Bischof Rudolf Deng Majak. Eine Verschiebung komme überhaupt nicht in Frage. Die Abstimmung dürfe auch nicht zum Spielball politischer Interessen werden. Es gehe bei diesem Referendum um Menschenwürde, Gerechtigkeit und Freiheit, so der Bischof von Wau. Auch ruft er die internationale Staatengemeinschaft auf, weiterhin ihren Blick auf den Sudan zu richten. Dies sei der beste Schutz für die Bevölkerung gegen Terroristen und Extremisten. (cns)

Naher Osten

Israel
Mit Spenden in Höhe von zehn Millionen Euro hat die Kinderhilfe Bethlehem im letzten Jahr Rekordeinnahmen erzielt. Das hat die Hilfsorganisation im Heiligen Land jetzt bekannt gegeben. Die Rahmenbedingungen für die Angebote für Kinder und Mütter im Nahen Osten seien schwieriger geworden, hieß es in einer Mitteilung von Donnerstag. Der Stopp der Schiffskonvois mit Hilfsgütern vor Gaza erinnere daran, wie angespannt und prekär die Situation noch immer sei. – Die Kinderhilfe Bethlehem unterstützt soziale und medizinische Einrichtungen im Gaza-Streifen. (pm)

Asien

Kirgistan
Das Drama in Kirgistan bekommt allmählich Konturen: Bei den Unruhen könnten möglicherweise bis zu 2.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Diese Zahl nannte jetzt Übergangspräsidentin Rosa Otunbajewa. Das wären zehnmal so viele Todesopfer wie bislang angenommen. Die Kirche vor Ort ist entsetzt,  besorgt über die Gewalteskalation - und gleichzeitig verärgert. „Der Konflikt ist gezielt geschürt worden“, urteilt der evangelische Bischof Alfred Eichholz. Der gestürzte Präsident Kurmanbek Bakijew habe das Seine getan, im Land Unruhe zu stiften. Der Protestant Eichholz lebt in der Stadt Osch in Südkirgistan. Was Hilfe aus Russland angeht, ist er sehr skeptisch. Er sagt: „Ob die russische Regierung tatsächlich schlichtend in den Konflikt eingreifen kann, ist fraglich.“ Der Konflikt in der Region führe bereits zu einem Versorgungsengpass - und was noch schlimmer sei: Kaum jemand traue sich zur Zeit auf die Straße, um Tote zu bergen. Alkoholisierte Randalierer zögen durch die Straßen. Kirchen seien zurzeit Zufluchtsstellen, berichtet sein katholischer Kollege, Bischof Nikolaj Messmer. Die Menschen hätten Angst vor weiteren Übergriffen. Die Vereinten Nationen haben die Weltgemeinschaft zur Solidarität aufgerufen. UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon bat um Nothilfen in Höhe von 71 Millionen US-Dollar. Das Geld solle unter anderem den nach UNO-Angaben etwa 400.000 Flüchtlingen in der Region zuguten. (rv/kipa/tagesschau.de)


Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören


Buchbesprechung:

Titel: Dumm 3.0 - Wie Twitter, Blogs und Networks unsere Kultur bedrohen
Autor: Markus Reiter
Rezensent: P Bernd Hagenkord SJ

Die Nachricht vom Sturm der Bastille kommentierte König Ludwig XVI. von Frankreich mit „das ist ein Aufstand“ und musste sich entgegenhalten lassen: non, Sire, das ist eine Revolution. Auch wir leben in revolutionären Zeiten, in einer Medienrevolution. Was wir heute mit Tastatur, Bildschirm und Internetverbindung alles lesen, schreiben und anrichten können, wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. Und es breitet sich eine Debatte über die Kommunikation, ob das alles denn hilfreich sei oder schädlich.

Markus Reiter hat sich da eindeutig entschieden. Er sieht eine neue Verdummung. Das tut er aber nicht aus allgemeinem Kulturpessimismus heraus, sondern auf Grund sorgfältiger Analysen. Er sieht, dass die bisherigen Qualitätsmedien, also Zeitungen oder Dinge, die Arbeit und deswegen Geld kosten, verschwinden werden. Zu viele Menschen sind einfach daran gewöhnt, dass sie sich holen können, wann immer und was immer ihnen gefällt. Kostenlos, einfach downloaden. Das wird aber immer mehr von schlichter PR, von Marketing oder Massenware bestimmt werden. Und Wahrheit und Lüge, Müll und Qualität im Netz werden immer schwieriger zu unterscheiden sein. Der rüpelhafte Ton der Blogs, die persönlichen Angriffe, die als Information verpackte Meinungsmache und der Konsum samt seiner Dauerwerbung wird die Oberhand gewinnen.

Sein Gegenmittel: Bildung, Bildung, Bildung. Sein Anliegen: eine Werbeschrift dafür, dass wir uns unsere Information, unsere Kultur, etwas kosten lassen. Zeit und – ja – auch Geld. Wer sich zufrieden gibt mit dem Datenwust im Netz, der wird letztlich eingestuft werden unter „dumm 3.0“.

Ein sehr empfehlenswertes Buch für die, die wissen wollen, was sich hinter dem Bildschirmen an Trends entwickelt und die sich wehren wollen gegen die Verdummung, Vermassung, den reinen Konsum, der uns aus dem Netz täglich entgegen quillt.

 






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