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Kenia: Das größte Flüchtlingslager der Welt -
- Bundesärztekammer fordert enge Grenzen für PID -
- Neue Spannungen in China: Drei Bischöfe verhaftet -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von
Kempis
Redaktion: Birgit Pottler
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN
DES TAGES:
Benedikt XVI. über den
Tagesheiligen Benedikt
Die Kirche feiert am 11. Juli das Fest des Heiligen
Benedikt: Ordensgründer, geboren um 480 in Nursia im italienischen Umbrien,
gestorben Mitte des sechsten Jahrhunderts im von ihm gegründeten Kloster
Montecassino. Sein Beiname: „abendländischer Mönchsvater“.
Papst Benedikt XVI. betont: Das Wirken des
Heiligen ist untrennbar mit der Einheit Europas verbunden. Nach dem Zerfall des
römischen Reiches habe die Regel Benedikts zu einer neuen geistlichen und
kulturellen Einheit beigetragen. „So ist das, was wir heute Europa nennen, erst
entstanden“, sagte Benedikt XVI. in einer seinem päpstlichen Namensgeber
gewidmeten Generalaudienz am 9. April 2008. Der Patron Europas sei ein
„nachdrücklicher Hinweis auf die unverzichtbaren christlichen Wurzeln der
europäischen Kultur und Zivilisation“. Eine Rückbesinnung auf ihn und seine
Regel „ora et labora“ sei heute angesichts einer vielfach leichtfertigen und
ich-bezogenen Gesellschaft umso wichtiger. (rv)
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in Text und Ton
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UNSERE SOMMERSERIE:
Unterwegs nach Madrid.
Teil 6
In Vorbereitung auf den
Weltjugendtag machen wir uns in unsere Sommerserie geistlich auf nach Madrid,
mit Gedanken von Papst Benedikt XVI. (rv)
Hier
zum Nachhören
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AUS
UNSEREM ABENDPROGRAMM:
Flüchtlinge in Afrika: „Wenn wir das mit
Lampedusa vergleichen... “
Hilfswerke sind besorgt über die extreme Dürre in
Ostafrika: Im Grenzgebiet zwischen Kenia, Somalia und Äthiopien hat es in den
vergangenen sieben Monaten keinen Niederschlag gegeben. Nur zwei Jahre nach der
letzten Katastrophe stehen die Länder am Horn von Afrika damit vor der schwersten
Dürre seit sechzig Jahren.
Mehr als zehn Millionen Menschen in der Region
sind bereits vom Hunger betroffen. Am dramatischsten ist die Lage in Somalia,
wo der seit zwanzig Jahren andauernde Bürgerkrieg schon mehrere hunderttausend
Menschen in die Flüchtlingslager getrieben hat. Im kenianischen Dadaab kommen
täglich rund 1.400 Menschen aus Somalia an, oft nach wochenlangem Fußmarsch.
„Das ist die klassische Krise, die sich immer weiter ausweitet“, beobachtet
Marco De Ponte vom Hilfswerk Action Aid, das seit langem in der Region aktiv
ist. „Allein eine halbe Million Kinder ist derzeit unmittelbar vom Hungertod
bedroht.“ (rv)
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in Text und Ton
Südsudan: „Hölle und Paradies zugleich“
„Der Südsudan ist Hölle und Paradies zugleich.“ Das
sagt der Comboni-Missionar Giulio Albanese, einer der profiliertesten
Missionskenner:
„Auf der einen Seite fehlt es wirklich an
allem, und es gibt zum Beispiel immer wieder furchtbare Hungersnöte. Auf der
anderen Seite sitzt der Südsudan auf einem riesigen Öllager – und er wird vom
Nil durchzogen, einer von Afrikas wichtigsten Wasseradern. Die Frage ist jetzt:
Wird sich die Regierung in Juba auf die Dauer mit Khartum und Kairo verbünden
und sich im Streit um Wasserrechte auf ihre Seite schlagen, oder wird er sich
eher an die afrikanischen Länder aus der Region der Großen Seen halten, die
eine Revision dieser Verträge aus der Vor-Kolonialzeit fordern?“
Pater Albanese macht sich Sorgen, dass sich
die zwei Teile dessen, was einmal der eine Sudan war, voneinander entfernen und
gegeneinander positionieren. (rv)
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in Text und Ton
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DIE
NACHRICHTEN:
Europa
Deutschland
Gentests an Embryonen im Rahmen der Präimplantationsdiagnostik (PID) sollen
klar begrenzt werden. Dafür hat sich der Präsident der Bundesärztekammer,
Frank Ulrich Montgomery ausgesprochen. Die Ärzteschaft wolle verhindern „dass
die PID zu einem Routineverfahren der In-Vitro-Fertilisation wird“, sagte
Montgomery der Wochenzeitung „Das Parlament“. Er selbst lehne es ab, Embryonen
auf Erbanlagen für diejenigen Krankheiten zu testen, die in der Regel erst nach
dem 30. Lebensjahr auftreten. Die medizinischen Möglichkeiten in 30 oder 40
Jahren seien heute nicht bekannt. Außerdem könnten Menschen mit entsprechenden
Gendefekten „Jahrzehnte ohne Erkrankung leben“, betonte der Präsident der
Bundesärztekammer. Zugleich wandte sich Montgomery gegen eine Liste von
Krankheiten, für welche die PID zugelassen werden soll: „Wir Ärzte wollen
keinen vom Bundestag oder der Bundesregierung verabschiedeten Katalog haben,
der zu einem Automatismus führt.“ (pm)
Lob für die Bischöfe: Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken begrüßt die
Absicht der Deutschen Bischofskonferenz, den Missbrauchsskandal
wissenschaftlich gründlich erforschen zu lassen. Als Teil einer
Gesamtkonzeption sei dies ein „richtiger und konsequenter Ansatz, die Ursachen
des Missbrauchsskandals aufzuarbeiten, sie zu beseitigen und künftige Fälle
verhindern zu helfen“, sagte ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper der Frankfurter
Rundschau. Die katholische Kirche sei noch nicht heraus aus der Krise, aber sie
mache ihre Hausaufgaben. „Damit kann die Kirche Vorbildfunktion für andere
Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen übernehmen“, so Vesper weiter.
(kna)
Griechenland
Die aktuelle Wirtschaftskrise in Griechenland hat bis jetzt eine verheerende
Auswirkung auf die katholische Kirche gehabt. Wie die Nachrichtenagentur
„CNS“ meldet habe der Erzbischof Nikolaus Foskolos von Athen angekündigt, dass
dies das Ende von mehreren karitativen Institutionen bedeute. Die Kirche
bekomme keine Unterstützung vom Staat oder anderen Kirchen des Westens, so
Foskolos. In ein paar Monaten könne die Lage schon so schlecht sein, dass man
die eigenen Angestellten nicht mehr bezahlen könne. Ein weiteres Problem
bestehe darin, dass die Römisch Katholische Kirche Griechenlands viele
Einwanderer aus der Dritten Welt hat, und somit mehr finanzielle Unterstützung
bräuchte. (cns)
Bosnien-Herzegowina
Die vertriebenen Katholiken während des Krieges von 1992 - 95 können immer
noch nicht in die Republik Srpska zurückkehren. Fanjo Komarica, Bischof von
Banja Luka, erklärte laut Nachrichtenagentur „Apic“, dass es derzeit ein Kampf
um die Existenz der Katholiken im Lande gebe. Es handele sich hierbei um das
Auslöschen der katholischen Kirche. Man habe schon Kirchen und Konvente
zerstört. Es sind schon mehrere Christen umgekommen, und die Katholiken fühlen
sich von Europa und den USA im Stich gelassen. (apic)
Asien
China
Vier Bischöfe aus der chinesischen Provinz Guandong sind in den letzten
Tagen von der Polizei festgenommen worden. Wie die Agentur „Asianews“
berichtet, sollen sie an der illegalen Weihe von Haung Bingzang am 14. Juli in
Shantou teilnehmen. Es ist unbekannt, wo sich die vier aufhalten. Derweil wird
Bischof Paul Pei Junmin, der die Weihe vornehmen soll, von seinen Priestern in
der Kathedrale von Shenyang beschützt, um seine Beteiligung zu verhindern. Die
Priester von Liaoning gaben bekannt, sie wollen so lange in der Kathedrale
verweilen, bis die Polizei sich entfernt habe. Mehrere katholische Webseiten in
China haben über die Äußerung der Patriotic Association und der „National
Council of Chinese Bishops“ berichtet. Der Bericht drückt ihr tiefes Bedauern
darüber aus, dass der Vatikan nicht hinter dieser Weihe stehe. Er klagte, dass
der Vatikan mehr für die Einigkeit innerhalb der Kirche in China tun solle.
Stattdessen hätte der Vatikan dadurch eine größere Spaltung in der Kirche
erzielt. (asianews)
Philippinen
In einem Brief bittet die Bischofskonferenz der Philippinen um Entschuldigung
für unangemessenes oder sogar illegales Verhalten bezüglich der Annahme von
Spenden. Einigen Bischöfen wird vorgeworfen, Spendengelder aus der Partei der
Ex-Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo angenommen zu haben. Es geht vor allem
um Autos, die illegal mit staatlichen Mitteln für Bischöfe gekauft worden
seien. Seit einer Woche werden diese Spenden von der Regierung untersucht. Die
Bischofskonferenz versichert in ihrem Brief, dass die betreffenden Bischöfe
bereit seien, die Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen, auch wenn es nicht
aus bösem Willen heraus geschehen sei. Man werde auch juristische Konsequenzen
tragen. (ap)
Amerika
Vereinigte Staaten
Die Kürzungen im Haushalt der USA sollen die Unterstützung der Ärmsten der
Welt nicht betreffen. In einem Brief an das Repräsentantenhaus zeigten sich
die US Bischöfe besorgt über die Auswirkung der Kürzungen im Budget vom
vergangenen Samstag. Vor allem im Bereich der humanitären Entwicklungshilfe
forderten sie, das Geld gerecht zuzuteilen. Bischof Howard J. Hubbard
bekräftigte darin, dass die USA unbedingt dazu verpflichtet sei, den Menschen
zu helfen. (cna)
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Die Quellen unserer
Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna,
Kathpress, Ansa,
Efe, Afp,
Kipa, Reuters,
Ap, Adnkronos,
Upi, Cns,
Ucanews, Misna,
Kirche in Not, Osservatore Romano, – die
Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der
Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate
oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der
Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle
Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer
Internetseite hören.
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Buchbesprechung:
Titel: Petrus – Wo Gott ist, da ist Zukunft, Themen im Religionsunterricht für die Sekundarstufen I + II.
Und: Wo Gott ist, da ist Zunkunft: Petrus, Papstum und Kirche. Informationen und Materialien für den katholischen Religionsunterricht 1/2011
Verlag: Institut für Religionspädagogik der Erzdiözese Freiburg
Rezensent: Pater Bernd Hagenkord
Man sieht nur, was man weiß, das wusste schon Goethe. Nun wird im September Papst Benedikt XVI. nach Deutschland kommen, es wird viel zu sehen sein, aber verstehen wird man nur, wenn man auch weiß. Dazu helfen zwei Publikationen des Institutes für Religionspädagogik der Erzdiözese Freiburg, anlässlich dieses Papstbesuchs zusammengestellt.
Das erste ist für den katholischen Religionsunterricht gedacht, und zwar an Grund-, Haupt- und Realschulen. Es geht um die Person des Petrus, um das Amt des Papstes und darum, was das alles mit der Kirche zu tun hat. Das zweite Heft ist für die Sekundarstufen I und II gedacht, auch dieses Heft dreht sich um Amt und Kirche.
Die begleitenden Artikel sind in beiden Heften identisch: Solides Grundwissen über die Entwicklung des Papsttums wird angeboten, aber auch hilfreiche Einblicke in die Darstellung des Papsttums in der Kunst. Persönliches zu Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. findet sich ebenso wie Biblisches. Alles Dinge, die auch für den Unterricht hilfreich sind.
Dann wird es – wie es sich auch für Unterrichtshilfen gehört – konkret und kreativ. Es schließen sich Unterrichtsmodelle an. Wer mit den Kleinen sich spielerisch nähern will ist bestens bedient, aber auch die Diskussion um apostolische Sukzession und die Unfehlbarkeit wird aufbereitet, wohl eher für die Oberstufe gedacht. Von Bildbetrachtung und Textauslegungen zur Körpermetapher des „Leibes Christi“, der die Kirche ist, über Rätsel und Geschichten bis hin zu weiterführender Literatur geben die beiden Hefte gute Anregungen. Wer sich mit Klasse oder Kurs dem Themenkomplex Papst und Vatikan nähern will, findet reichlich Material. Für Baden Württembergische Lehrpläne gedacht ist aber sicher für jeden was dabei: Nicht nur für den Papstbesuch, aber gerade bei der Aufmerksamkeit, die er im neuen Schuljahr erregen wird, gut geeignet. Damit man weiß und sieht.